Schriftgröße: + -
Home > Europa > Interessiert Sie das? > Die Web-Schau > Interessiert Sie das?

Interessiert Sie das?

Wer ist der nächste nach Mladic und Bin Laden? Welche Zukunft hat der IWF? Und wer wird ab 2012 China regieren?

Interessiert Sie das?

16/04/10

Interessiert Sie das?

Wo befindet sich gerade die Aschewolke aus Island? Wer hat das Fernsehduell in Großbritannien für sich entschieden? Und was ist Herman Van Rompuys Lieblingshobby?


Wochenendausgabe (16.-18. April 2010)

Seit gestern speit der Gletscher Eyjafjallajokull Asche in die europäische Atmosphäre. Sollten Sie in den nächsten 48 Stunden den Flieger nehmen, stellen Sie sich schon einmal auf lange, lange Wartezeiten ein… Und verfolgen Sie doch lieber die Aschewolke Stunde für Stunde im Netz.

Der erste Fernsehauftritt zwischen den Spitzenkandidaten der drei großen Parteien bei den Parlamentswahlen in Großbritannien ist gestern Abend über die Bühne gegangen. Die Vorbereitungen und Schlüsselmomente können Sie auf YouTube sehen. Gordon Brown, David Cameron, Nick Blegg: Wer wurde am häufigsten auf Twitter erwähnt? Wer hatte die beste Körpersprache? guardian.co.uk hat eine minutiöse Analyse für uns parat. Und erkennt, wie alle anderen britischen Medien auch, dass der „Sieger“ des Treffens eindeutig Nick Clegg, der Chef der Liberaldemokraten, ist.

Herman van Rompuy ist nicht nur der (vielignorierte) Präsident der Europäischen Union. In Brüssel ist er auch als „Haiku Herman“ bekannt. Und da er seinem Spitznamen gerecht werden wollte, hat er nun einen neuen Haiku-Gedichtband herausgebracht, mit dem Besten, was diese minimalistische japanische Poesieform zu bieten hat. Ein paar seiner Haikus können Sie heute auf diesem Blog der Financial Times lesen. Dort können Sie auch die heimliche Leidenschaft von José Manuel Barroso entdecken.

Josef Hader ist sicherlich einer der bekanntesten Kabarettisten Österreichs. In einem Interview für die Sueddeutsche Zeitung spricht er über das Universum, Gott und eben Österreich. Er erklärt, was Politik und Populismus für ihn bedeuten und erzählt von seinen Jahren als Chorknabe im berühmten Stift Melk. Dort hat er dann auch alles gelernt, was ein Kabarettist seiner Meinung nach können muss: „Mäßig singen, schlecht Klavier spielen und ein bisschen Theater.

Brasilia hat gestern den zweiten Gipfel der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) empfangen. Die Staats- und Regierungschefs der vier wichtigsten Schwellenländer der Welt haben dabei erneut mehr Mitspracherecht in den internationalen Beziehungen gefordert und ihre Freundschaft bekräftigt. Wie könnte sonst dieses süße Foto von Lula und dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao entstanden sein?

Afrika ist schon seit Jahren ein fruchtbarer Boden für Missionare. Foreign Policy stützt sich nun aber auf einen neuen Bericht, der das gesamte Ausmaß des Missionseifers beweißt. Demnach haben vor allem christliche und islamische Organisationen in den letzten Jahrzehnten insgesamt 90 % des Kontinents für eine der drei großen Monotheismen begeistern können. Doch im Zuge der Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche wird selbst in Afrika die Kritik am Vatikan immer stärker.

Eine indische Tennisspielerin heiratet den großen Kricket-Star Pakistans – und die gesamte Region fürchtet sich vor den geopolitischen Konsequenzen einer solchen Hochzeit. Doch trotz islamistischer und hinduistischer Drohungen haben sich Shoaib Malik und Sania Mirza diese Woche in Hyderabad (Indien) das Jawort gegeben.

Zwischen dem 31. Mai und 6. Juni, also nur wenige Tage vor der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, findet auf Gozo (Malta) der „Viva World Cup“ statt. Es handelt sich um das offizielle Turnier der inoffiziellen Staaten. Falls sie also Anfang Juni noch nichts vorhaben, können Sie sich ja mal ein Spiel Kurdistan gegen Tibet ansehen…

AK
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Donnerstag, 15. April 2010

Die Beisetzung des polnischen Präsidenten Kaczynsiki in der nationalen Gedenkstätte Wawel-Kathedrale von Krakau dieses Wochenende sorgt für Gesprächsstoff. Denn zahlreiche Kritiker warnen davor zu vergessen, dass die Ära Kaczynsiki von Machtkämpfen, Korruption und Konservatismus geprägt war. Inzwischen fragt sich der Rest der Welt, wie es nun mit dem Land weitergehen soll. Denn Polen hat nicht nur seinen Präsidenten sondern seinen gesamten Generalstab verloren. Wie soll das Militär nun wieder aufgebaut werden? Auf diesem internationalen Diskussionsforum von Al Jazeera können Sie sehen, was Amerikaner, Australier und Thailänder darüber denken.

Der ansonsten so phlegmatische Präsident der Eurogroup Jean-Claude Juncker hat genug: „Europa ist wie eine Massenschlägerei“, ruft er heute in einem Interview für Financial Times Deutschand aus. Er erklärt, wieso er vom fehlenden europäischen Zusammenhalt und Europa als ewigem Sündenbock schockiert ist und nimmt unter anderem Angela Merkel und Nicolas Sarkozy ins Visier.

Ein weiterer Streitfall wird nun wieder europaweit aufgerollt: die Agentur Frontex, eine halbprivate Firma, die für die Sicherheit an den Grenzen der EU sorgt. Während ihre Kritiker ihr vorwerfen, ein Söldnerheer zu sein, welches den Gesetzen des freien Marktes verschrieben ist, fordern andere noch mehr Härte. Die europäische Kommissarin für Innere Angelegenheiten Cécilia Malmström hat sich nun dazu entschlossen Gespräche mit jenem Land zu beginnen, welches ein solch härteres Durchgreifen fordert: Malta.

Wird die Webseite YouTube wegen der EU bald gebührenpflichtig werden? Die europäische Kommissarin für Kommunikation Neelie Kroes hat zu verstehen gegeben, dass sie „einverstanden“ wäre, falls Internetanbieter ihre Kunden zur Kassa bitten würden, wenn diese ihre Zeit auf Ressourcen verschlingenden Videoplattformen wie YouTube, Dailymotion oder Vimeo verbringen.

Um sein elfjähriges Amtsjubiläum zu feiern will der venezolanische Präsident Hugo Chavez nun eine „Kommunikationsguerilla gegen die reaktionären Medien“ (= private und unabhängige Medien) beginnen. Um sein Bild zu verbessern, möchte Chavez diese Guerilla „von Kindern führen lassen“, deren „Unschuld das beste Mittel gegen die Lügen der reaktionären Kräfte“ ist.

AK
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mittwoch, der 14. April 2010

Die Europäische Union will die nationalen Budgets ihrer Mitgliedsstaaten koordinieren. Der Kommissar für Wirtschaft und Währung Olli Rehn stellt heute den 27 eine dementsprechende Empfehlung vor. Ziel ist es, Betrug und Staaten am Rande des Bankrotts wie derzeit Griechenland in Zukunft zu vermeiden.

Der deutsche Außenminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist heute auf Truppenbesuch in Afghanistan. Ein Reise, die über seine politische Karriere entscheiden könnte. Denn der „Golden Boy“ der deutschen Politlandschaft hat nach zahlreichen Fehlern der Bundeswehr bei ihrem NATO-Einsatz in Afghanistan stark an Popularität verloren.

Tarcisio Bertone, Staatssekretär des Vatikans, Vertrauter von Benedikt XVI und bekennender Konservativer hat es wieder getan: In einer Rede in Chile hat er das Zölibat verteidigt. So weit, so gut. Überrascht waren seine Zuhörer erst, als er meinte, dass die Abstinenz der Priester nicht die Pädophilie fördere, sondern „die Homosexualität in der Welt“ an den sexuellen Übergriffen auf Minderjährige schuld sei.

Hat dem kubanischen Regime die Stunde geschlagen? Nach 51 Jahren Castro ist die Insel isoliert, es existieren kaum käufliche Waren und die Redefreiheit ist auf ein Minimum eingeschränkt. So erkennt der ehemalige mexikanische Außenminister Jorge Castañeda nur einen möglichen Ausweg: den Anfang vom Ende der Castros auf Kuba.

Twitter hat nun endlich erklärt, wie die Firma rentabel sein kann: Seit mehreren Monaten machen Großkonzerne Millionengewinne, indem sie über das Mikroblogging-Netzwerk kostenlos Annoncen an ihre Follower versenden. Diese Konzerne sollen nun zur Kasse geben werden. Doch die traditionell skeptischen US-Medien sehen darin bisher nur das Andenken eines Konzepts eines eventuellen Wirtschaftsmodells.


AK
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Dienstag, der 13. April 2010

David Cameron, der Spitzenkandidat der Konservativen bei den Parlamentswahlen in Großbritannien im Mai, mag es gerne, mit John F. Kennedy gleichgesetzt zu werden. So wie einst der amerikanische Präsident in seiner Antrittsrede 1961 „die amerikanischen Bürger herausfordern“ wollte, will Cameron in seinem heute vorgestellten „Manifest“ die „britische Bevölkerung“ fordern. guardian.co.uk stellt die wichtigsten Punkte dieses Manifests vor.

Viktor Orban, der große Sieger der Parlamentswahlen dieses Wochenende in Ungarn, hat sicherlich die Wahl mit einem historischen Ergebnis für sich entscheiden können: Es wird nun wesentlich schwieriger sein zu regieren, stellt derstandard.at fest. Denn die wirtschaftliche Lage des Landes ist katastrophal, das soziale Gleichgewicht stark angeschlagen und immer mehr Ungarn bezeichnen sich offen als „antisemitisch und antidemokratisch“.

Die konservative isländische Regierung, welche das Land bis 2008 leitete, wird in einem Bericht des Parlaments zu Wirtschaftskrise und Staatsbankrott als „extrem fahrlässig“ bezeichnet, erläutert lemonde.fr heute. Der 2.300 Seiten starke Bericht hat in ganz Island für großes Aufsehen gesorgt. Der Bischof von Reykjavik hat seinen Priestern gar aufgetragen, in ihren Dorfkirchen davon zu sprechen.

Beim Nukleargipfel in Washington hat Barack Obama heute an die anwesenden Staatschefs appelliert, damit diese „die nuklearen Reserven der Welt überwachen.“ Inzwischen wurde bei einigen Themen auch ein Durchbruch erreicht: So scheint China nun doch an globalen Sanktionen gegen den Iran teilnehmen zu wollen. Andere Sachen ändern sich nie: Hermann Van Rompuy und die neue Funktion des EU-Präsidenten werden immer noch von der amerikanischen Regierung ignoriert, ironisiert die belgische Zeitung De Standaard.

Der Pulitzer-Preis für den besten investigativen Journalismus ist dieses Jahr erstmals an eine reine Online-Publikation gegangen. Die Webseite propublica.org wurde für ihre Reportage zu den furchtbaren Arbeitsbedingungen in einem Krankenhaus in New Orleans nach den Zerstörungen durch den Hurrikan Katrina ausgezeichnet.

AK
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Montag 12. April 2010

Ungarns Bürger, die schon vor den Griechen unter den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 zu leiden hatten, haben im ersten Durchgang der Parlamentswahlen die Urnen sprechen lassen: «Volle Kraft nach rechts!». Nach dem Ausgang des zweiten Wahlgangs am 25. April, wird sich zeigen, ob die rechte Fidesz-Partei, (Ungarischer Bürgerbund), bisher in der Opposition, die Zweidrittel-Mehrheit im neuen Parlement erreicht. Beunruhigender ist jedoch, dass die rechtsextreme Partei Jobbik, die seit 2003 besteht, mit 16,71 % der Stimmen Einzug in das ungarische Parlament hält. Die Partei ist für ihre rassistischen, antisemitischen und gegen die Rom gerichteten Stellungnahmen bekannt.

 Die Polen beweinen ihre Toten, nachdem durch den Flugzeugabsturz am 10. April Präsident Lech Kaczynski und seine Führungsriege ums Leben gekommen sind. Sie waren auf dem Weg nach Katyn in Russland, wie die Verantwortlichen der europäischen Institutionen, allen voran das Parlament. Die Internetseite des Nouvel Obs sieht hinter diesem Schlag des Schicksals einen Fluch, der auf diesem Ort lastet, an dem siebzig Jahre zuvor polnische Offiziere von der Roten Armee niedergemetzelt wurden. Die progressistische polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza hebt an diesem Montag hervor, dass dieses Drama die russisch-polnische Versöhnung auf paradoxe Weise besiegelt.

Der Frühling ist endlich auf der nördlichen Erdhalbkugel angekommen. Und das wird gefeiert – beim Gärtnerprinz „Prince jardinier“, 46 rue du Bac in Paris und auf seiner Internetseite. Die Blume der Saison? Natürlich die Tulpe! Bäume und Blütenpracht sind einzig zum Vergnügen des Betrachters da.

 Claire A. Poinsignon und Marie-Thérèse Schmidt

Erstellt: 12-04-10
Letzte Änderung: 16-04-10


+ aus Europa