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Interessiert Sie das?

Wer ist der nächste nach Mladic und Bin Laden? Welche Zukunft hat der IWF? Und wer wird ab 2012 China regieren?

Interessiert Sie das?

26/02/10

Interessiert Sie das? - Die tägliche Web-Schau

Französische Kriegsschiffe in Russland, Schnee im Libanon und der Frieden (und der Krieg) in Welt.


Samstag, der 27. Februar – Sonntag, der 28. Februar 2010

Der russische Präsident Dmitri Medwedew wird Montag und Dienstag in Frankreich sein. Während seines offiziellen Besuch im Rahmen des Frankreich-Russland Jahrs will er mit seinem Amtskollegen Nicolas Sarkozy unter anderem über militärische Strategie sprechen. Und so ganz neben vielleicht auf eines oder mehrere französische Kriegsschiffe kaufen, wie er dem Magazin Paris Match in seiner Villa in der schicken Moskauer Vorstadt kurz vor seiner Abreise erzählt hat.

Haben die Olympischen Winterspiele Ihnen Lust auf Skifahren gemacht? Wie wäre es dann mit einer Woche Hüttenzauber im Libanon? Nur 42 Kilometer von Beirut entfernt erwarten Sie nämlich gut 80 Kilometer verschneite Pisten

Unser Planet ist in den letzten Jahren friedlicher geworden. Doch es verbleiben noch 33 bewaffnete Konflikte in der Welt. Foreign Policy veröffentlicht dieses Wochenende zudem auch die besten Kriegsfotographen der Welt und ihre beeindruckendsten Arbeiten.

Der Autoritarismus in den USA ist eine Realität. In acht Jahren ungeteilter Machtenfaltung unter dem Duo George W. Bush und Dick Cheney wurden zahlreiche antidemokratische Strukturen geschaffen. Die Obama Administration hat zwar die totalitärsten Gesetze abgeschafft. Doch die Strukturen sind bestehen geblieben. truthout.org bietet uns in diesem Artikel eine zutiefst journalistische Recherche, wie man sie nur selten im Web findet.

Da bleibt uns nur noch die Kunst, die Kunst und immer wieder die Kunst. themorningnews.org hat sich diese Woche entschlossen „Holländisch zu werden“ und stellt in seinem digitalen Museum faszinierende Stillleben aus. Doch handelt es sich dabei nicht um flämische Barockmalerei, sondern um zeitgenössische Fotographie. Und zum Schluss noch eine Grafik zu den zehn teuersten jemals verkauften Kunstwerken.


AK

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Freitag, der 26. Februar 2010

Wir kannten ihn ja schon für seine mehr oder minder zweifelhaften Aussagen und seine Hasstiraden. Diesmal ist der libysche Präsident Muammar al-Gaddafi aber wirklich weit gegangen. Gestern Abend hat er nämlich zum Jihad gegen die Schweiz aufgerufen. Der heilige Krieg soll nun „an allen Fronten“ geführt werden um „diese Ungläubigen zu zermalmen.“ Vielen sehen in diesem Auftritt aber vor allem eine politische und wirtschaftliche Taktik.

Unsere schlimmsten Erwartungen sind Wirklichkeit geworden. Das griechische Budgetdefizit ist noch nicht einmal mehr auszurechnen.“ Diese Feststellung von heute morgen kommt nicht etwa von einem Wirtschaftsanalyseinstitut, sondern vom griechischen Premierminister Giorgios Papandreu selbst. Denn sein Land ist ganz unten angelangt. Doch die schwere Krise in Griechenland hat sich bereits seit Jahren abgezeichnet, wie eine Photostrecke mit sehr zeitgenössischen griechischen Ruinen auf zeit.de zeigt.

Tibet ist ein Paradies auf Erden, ein verstecktes Shangri-La, welches seit mehr als 50 Jahren von seinen chinesischen Besatzern ausgebeutet wird. Der spirituelle und weltliche Anführer der Tibetaner, der 14. Dalai Lama, ist ein Ozean der Weisheit, der von der Regierung in Peking zu Unrecht verurteilt wird. Wenn Sie mit diesen Bemerkungen bedingungslos einverstanden sind, sollten Sie vielleicht diesen Artikel von Foreign Policy lesen…

Wird die Bloom Box dank billiger und selbst hergestellter Energie für alle die Welt retten? Die amerikanische Firma Bloom hat diese Woche ihre neueste Erfindung präsentiert: Eine drei auf ein Meter hohe Plastikschachtel, die bald in alle amerikanischen Haushalten stehen soll. „Doch wird diese Erfindung wirklich unser Leben verändern?“, fragt sich nationalgeographic.com.

AK

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Donnerstag, der 25. Februar 2010

Die Europäische Kommission hat gestern Abend dem Beginn der Beitrittsverhandlungen zwischen Island und der EU zugestimmt. Der Prozess sollte eigentlich recht kurz sein, da die nordische Insel bereits dem Europäischen Wirtschaftsraum angehört. Doch die institutionellen und politischen Krisen der letzten Jahren könnten zu einem gegenseitigen Misstrauen führen, bemerkt heute Morgen Der Standard.

Nach fast drei Monaten an der Spitze der europäischen Diplomatie hat die Hohe Repräsentantin der EU, Catherine Ashton, erstmals eine Entscheidung gefällt: Jene nämllich, den Portugiesen João Vale de Almeida als Botschafter in den USA zu bestellen. Eine Entscheidung, die stark von Kommissionspräsident Barroso, einem langjährigen Weggefährten Vale de Almeides, befürwortet wird. Die Mitgliedsstaaten haben sich allerdings verstimmt gezeigt, da sie gerne vorher konsultiert worden wären.

Die Firma "Gerhard Schröder" befindet sich in voller Expansion. Der ehemalige deutsche Kanzler erhält einen Consulting-Vertrag nach dem anderen. Nachdem er ja bereits jahrelang im Firmenvorstand des russischen Unternehmens Gazprom saß, hat er nun ein dickes Gehalt als Redner der Deutschen Bank bekommen. Ohne jemals eine Rede gehalten zu haben.

Die Afghanistan-Mission der NATO hat in den letzten Monaten gezeigt, dass die sicherheitspolitischen Interessen der USA und Europas unterschiedlicher nicht sein könnten. In seiner März/April-Ausgabe schlägt Foreign Policy nun eine radikale und sehr überzeugende Lösung vor: Die USA sollten die NATO verlassen und „Europa Europa sein lassen“, mit seinem institutionellen Problemchen, seinen Prioritäten und seiner eigenen Armee.

Die soziale und religiöse Zugehörigkeit der Leute bestimmt häufig maßgeblich Gehalt und Wohlbefinden. Doch welche Religion ist am reichsten? In einer seiner typisch politisch unkorrekten Grafiken zeigt good.is heute, dass zumindest in den USA baptistische Christen und Zeugen Jehovas am ärmsten dran sind. Reicher sind da schon die Hindus, Juden und Buddhisten.

AK

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Mittwoch, der 24. Februar 2010

Dänemark hat soeben die größte Regierungsumbildung seiner Geschichte erfahren. Der Premierminister Løkke Rasmussen hat nur 3 der insgesamt 21 Minister auf ihrem alten Posten gelassen. Für die Mehrheit der politischen Beobachter hat sich dieser Austausch bereits abgezeichnet, doch wären Neuwahlen wohl die ehrlichste und demokratischste Lösung gewesen.

Europa ist nicht sehr spannend, meinen Sie? Nun, es gibt trotzdem einige aufregende Jobs in Brüssel, wie zum Beispiel „europäischer Geheimdienstagent“. Tatsächlich besitzt die Europäische Union gleich drei Geheimdienste: das Joint Situation Centre, die Anti-Terror-Einheit Watch-Keeping Capability und die Krisenzelle der EU-Kommission. Aber da sogar die regulären Institutionen der EU nicht gerade bekannt sind, hat auch ihr Geheimdienst bisher keine Probleme damit gehabt, „top secret“ zu bleiben.

Die Anklage gegen sieben hohe Vertreter der turkischen Armee wegen „eines Komplots gegen die Regierung“ hat diese Woche für viel Aufsehen gesorgt. Dabei könnte man sagen, dass „die Türkei sich seit Monaten in einem Bürgerkrieg der Institutionen befindet", erklärt Pierre Vanrie von Courrier International. In der türkischen Presse scheint es dabei auch (zumindest) zwei Lager zu geben, die einfach unvereinbar sind.

Nach dem Tod eines politischen Häftlings nach 85 Tagen des Hungerstreiks wird das kubanische Regime abermals von der internationalen Gemeinde geächtet. Doch auch intern hat die Kommunistische Partei Kubas schon längst an Dynamik verloren, meint La Vanguardia.

Die Mikroblogger-Szene ist um einen Star reicher: Nur 24 Stunden nach seiner Kontoeröffnung hatte der chinesische Präsident Hu Jingtao 11 000 follower auf seinem Konto. Hu Jingtaos Account befindet sich aber auf der Mikroblogging-Seite der Zeitung des Volkes, dem offiziellen Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas. Auf Twitter werden Sie nur sein Alter-Ego @HuJingtao finden, der unter anderem die Twitts von „Fidel Castro“, „Mao Zedong“ und „Darth Vader“ verfolgt…


AK

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Dienstag, der 23. Februar 2010

Die spanischen Gewerkschaften haben heute zu massiven Demonstrationen im ganzen Land aufgerufen. Die zwei größten Arbeitervertretungen, die UGT und "Comisiones obreras" (CC.OO) kündigten bereits Aktionen in 57 Städten im Verlaufe der nächsten 12 Tage an. Der Hintergrund der Demos: Das Vorhaben der sozialistischen Regierung von Premierminister José Luis Zapatero das Rentenalter auf 67 Jahre zu erhöhen.

Die serbische Polizei hat heute eine groß angelegte Suchaktion gestartet um den ehemaligen General der bosnischen Republika Srpska, Ratko Mladic, ausfindig zu machen. Dieser wird vom Internationalen Gerichtshof für Ex-Jugoslawien der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Serbischen Polizeiquellen zufolge befindet sich Mladic immer noch in der Hauptstadt Belgrad.

Letzte Woche hat der Parteichef der liberalen FPD und deutsche Außenminister Guido Westerwelle mit seinem Aufruf für einen "Neuanfang" des Sozialstaats für Aufsehen gesorgt, als er unter anderem von einer "spätrömische Dekadenz der Gesellschaft" sprach. Doch entspricht die "spätrömische Dekadenz" einer historischen Wahrheit? zeit.de bietet nun eine wissenschaftliche Antwort auf diese Frage.

Der Gipfel der Rio-Gruppe, bei dem dieser Tage in Mexiko Vertreter aus ganz Lateinamerika zusammentreffen, hat zu zahlreichen diplomatischen Zusammenstößen geführt. Gestern morgen schlug der venezolanische Präsident Hugo Chavez beispielsweise seinem kolumbianischen Amtskollegen Alvaro Uribe vor "sich f… zu gehen".Danach wurde ein Video publik, in dem der gleiche Chavez die Königin von England dazu aufrief das vor kurzem gefundene Erdöl auf den Falklandinseln dem "argentinischen Volk" zurückzugeben. Seit dem Falklandkrieg 1982 zwischen Großbritannien und der argentinischen Militärjunta gehören die südatlantischen Inseln offiziell der englischen Krone.

Ein Volk, das von einer wirtschaftlichen und militärischen Übermacht bedroht wird, welche lieber Waffen sprechen lässt als sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Dies kann als eine Inhaltsangabe des amerikanischen Blockbusters Avatar angesehen werden, in dem die Ureinwohner des Planeten Pandora, die Na'vi, gegen die kolonialen Erdbewohner kämpfen. Manche sehen es aber auch als eine Inhaltsangabe des Konfliktes zwischen Israel und Palästina. So haben sich letzte Woche Pazifisten und Menschenrechtsaktivisten aus aller Welt im Westjordanland blau angemalt um gegen neue israelische Siedlungen in dieser Region zu protestieren.

AK

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Montag, der 22. Februar 2010

Die NATO-Offensive in Afghanistan dieses Wochenende hat 27 Zivilisten das Leben gekostet. Doch hat sie auch die niederländische Regierung rund um den liberalen Premierminister Jan-Peter Balkenende zu Fall gebracht: Die mitregierenden Sozialdemokraten wollten nämlich nicht auf unbegrenzete Zeit den Abzug der niederländischen Truppen hinauszögern. Ein geschlagener Balkenende hat gestern zudem noch angekündigt, dass sein Land wohl bis Ende des Jahres mit seiner Armee Afghanistan verlassen wird. Ein Abzug, der auch andere europäische Länder dazu anregen könnte, das Gleiche zu tun.

Eigentlich haben wir ihn immer für flegmatisch und schüchtern gehalten. Oder ist der britische Premierminister Gordon Brown ein lauter und impulsiver Choleriker? Das behauptet nun zumindest Andrew Rawnsley, Journalist beim Observer und Autor eines Buches über den britischen Regierungschef. In diesem erzählt er unter anderem, dass einige Mitarbeiter von Downing Street Nr. 10, dem traditionellen Sitz des Premierministers, wegen ihrem Chef bereits psychologische Hilfe in Anspruch nehmen mussten.

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan beginnt heute seinen zweitägigen Besuch in Spanien, das derzeit den EU-Ratsvorsitz inne hat. Kurz vor seiner Abreise aus Ankara hat El Pais ihn in der türkischen Hauptstadt zu einem überaus ausführlichen Gespräch getroffen.

Nach dem eigenartigen Staatsstreich letzten Freitag in Niger ist sich die internationale Gemeinschaft ob der demokratischen Absichten der Putschisten uneinig. Heute morgen hat rfi.fr deswegen die nigrische Online-Presse durchforstet um sich ein bisschen mehr Klarheit zu verschaffen.

Geld allein macht nicht glücklich. Ganz und gar nicht. Nehmen Sie zum Beispiel Karl Rabeder, jenen österreichischen Millionär, der eingesehen hat, dass seine drei Millionen Euro ihn „seelenlos“ gemacht hatten. Deswegen hat Herr Rabeder kurzerhand seine Villa (und sein Ferienhaus in der Provence und sein Luxusauto...) verkauft und mit dem Geld einen Fond für Mikrokredit für Lateinamerika gegründet. Repekt!

AK

Alexander Knetig ist mit einer tschechischen Mutter und einem niederländischen Vater in Wien aufgewachsen und hat in Frankreich und in Spanien studiert. Für arte.tv hat dieser junge Journalist unter anderem die Prager Chroniken geschrieben und das Projekt "27 und ich" koordiniert.


Erstellt: 21-12-09
Letzte Änderung: 26-02-10


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