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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 10. November 2005 - 08/11/05

Imaginary Heroes

Ein Film von Dan Harris


Familiendrama im
Vorstadtmilieu

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Synopsis: Als sich Travis, der älteste und begabteste Sohn erschießt, kommt das Gleichgewicht der Familie völlig durcheinander: Sein jüngerer Bruder Tim sieht keine Zukunftsperspektiven, Vater Ben behandelt seine Familie wie Fremde, Mutter Sandy greift zum Marihuana und Tochter Penny verschwindet schnell wieder aufs Internat.

Kritik: Neu sind die melancholisch bis dramatisch vorgeführten Probleme dieser amerikanischen Mittelstandsfamilie wahrlich nicht. So beginnt der Zuschauer unweigerlich in den ruhigen Momenten des Films Vergleiche zu ziehen: Sigourney Weaver war in ihrer Mutterrolle in Ang Lees The Icestorm (1997) überzeugender. Zwar gehören die Szenen, in denen das ehemalige Blumenkind ihre Vorliebe für Marihuana wieder entdeckt zu den lustigsten des Films. Aber ihre Figur – wie auch die anderen des Films – wirken in sich nicht sehr überzeugend, sondern stark konstruiert.

Der pubertierende Sohn Tim (Emile Hirsch) erinnert ein wenig an den streunenden Außenseiter Ricky (Wes Bentley) in Sam Mendes genialem Debütfilm American Beauty (1999). Doch während Ricky ein wirkliches Geheimnis mit sich herumschleppte, das den Zuschauer permanent neugierig machte, wirkt Tim nur wie ein etwas verhaltensgestörtes Mittelsstandkid. Nicht mehr und nicht weniger. Jeff Daniels hat als Vater Ben eine recht langweilige Rolle abbekommen, denn nach dem Selbstmord seines begabten Lieblingssohnes sitzt er zumeist apathisch auf einer Parkbank und starrt vor sich hin oder besteht vehement darauf, dass für den toten Travis mitgekocht und gedeckt wird. Michelle William hat als Tochter Penny die konsequenteste Rolle: sie zieht sich nach kurzem Besuch auf ihr Internat zurück und lässt die anderen in ihrem Schmerz allein. Man sieht sie im ganzen Film für maximal fünf Minuten.

Sicher, es gibt einige gute, berührende oder lustige Momente im Debütfilm des grade mal 25-jährigen Regisseurs und Autors Dan Harris, von dem man dennoch sicher noch einiges hören wird. Denn Harris ist talentiert. Ebenso wie sein junger Hauptdarsteller Emile Hirsch, der als „Shootingstar“ gehandelt wird. Was aber fehlt Imaginary Heroes eigentlich, um ein Film zu sein, der einem im Gedächtnis bleibt? Imaginary Heroes ist mehr ein Beispiel eines Genres, als ein Film, der im Kopf des Zuschauers lebendig wird. Vielleicht fehlt ihm einfach die Poesie, die das Besondere in Filmen wie American Beauty oder The Icestorm ausmacht. Die geniale Szene etwa, in der eine banale – im Herbstwind flatternde - Plastiktüte zu einem wunderschönen Objekt wird. So etwas kann man nicht von jedem Filmemacher erwarten. Aber einige kleine poetische Momente finden – das wäre schon möglich gewesen, noch zumal er mit Tim Orr einen Kameramann mit dem richtigen Gespür gehabt hätte. Der ehrgeizige Autor und Regisseur Dan Harris arbeitet bereits mit seinem schreibenden Partner Michael Dougherty an seinem nächsten Projekt. 2006 wird er Regie bei Superman Returns führen. Vielleicht ist das ja genau das richtige Genre für ihn, ein Film mit einem „echten“ Superheld. Er selbst will seit seinem 17. Lebensjahr Regisseur werden. Das beschloss er, als ihn damals versehentlich ein Tennisball des Regisseurs Woody Allen traf. Ob am Kopf oder anderswo, das überliefert die Legende leider nicht.

Nana A.T. Rebhan

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Imaginary Heroes
USA 2004, 111 Min.
Buch und Regie: Dan Harris
Mit Sigourney Weaver, Emile Hirsch, Jeff Daniels
 

Erstellt: 08-11-05
Letzte Änderung: 08-11-05