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16/05/06

Hüftdysplasie bei Kindern

Im Mutterleib kann es beim Ungeborenen zu einer Fehlentwicklung von Gelenken kommen. Sind die Hüftgelenke betroffen, spricht man von einer Hüftdysplasie. Etwa zwei bis vier Prozent aller Neugeborenen in Deutschland sind davon betroffen.



Ursache
Bei der Hüftdysplasie ist die Hüftgelenkpfanne nicht richtig ausgebildet. Das Pfannendach des Hüftgelenks ist zu flach und kann den Hüftkopf des Oberschenkels nicht richtig umschließen, so dass dieser keinen Halt findet. Im schwersten Fall, der so genannten Hüftluxation, rutscht der Hüftkopf ganz aus der Hüftpfanne heraus.

Symptome
Die Hüftdysplasie bereitet dem Säugling zunächst keine oder nur kaum Beschwerden. Da das Neugeborene in den ersten Lebenswochen eine Schonhaltung entwickelt, spreizt es das betroffene Beinchen nicht richtig ab. Um Folgeschäden zu vermeiden, sind eine frühe Diagnose und Therapie besonders wichtig.


Diagnose
Bei allen Neugeborenen findet im Rahmen der Vorsorge-Untersuchung U2 bzw. U3 eine routinemäßige Beurteilung des Hüftgelenks mit Hilfe eines Ultraschallgeräts statt. Den Eltern fällt eine Hüftdysplasie unter Umständen bereits beim Wickeln auf, weil sich beide Beinchen nur ungleich abspreizen lassen. Auch bei der Hüftluxation kann der Säugling das betroffene Bein nur unvollständig abspreizen. Da der Oberschenkelkopf nicht richtig im Gelenk sitzt, erscheint das Bein kürzer. Die Gesäßfalten sind asymmetrisch.

Therapie
Frühzeitig erkannt, kann eine Hüftdysplasie schnell und vollständig geheilt werden. Der Vorteil: Da das Hüftgelenk nach der Geburt noch nicht vollständig ausgereift ist, kann durch eine Therapie noch Einfluss auf die Entwicklung genommen werden. Mit einer Behandlung sollte deshalb möglichst frühzeitig begonnen werden. Die Behandlung wird immer beidseitig durchgeführt, auch wenn nur eine Seite des Hüftgelenks betroffen ist. Sie ist abhängig von dem Schweregrad der Veränderung. Die Maßnahmen reichen von besonders breitem Wickeln, über das Tragen einer Spreizhose oder Schiene bis hin zur Fixierung der Beine in einem Gipsverband. Ziel ist es, die Beine möglichst stabil und dauerhaft in der Hüftgelenkpfanne zu halten. Sobald das Hüftgelenk ausgereift ist bzw. sich das Hüftgelenkpfannendach genügend ausgebildet hat, kann die Behandlung abgeschlossen werden. Bei der Hüftluxation, also der ganz- oder teilweisen Ausrenkung, des Hüftkopfs muss die Hüfte zuerst wieder eingerenkt werden. Dies geschieht meist konservativ, also ohne Operation. Anschließend wird die Hüfte zur Nachreifung ruhig gestellt. Sollten die Behandlungsmaßnahmen nicht zu dem gewünschten Erfolg führen oder wird die Fehlstellung zu spät erkannt, ist eine Operation notwendig.

Vorbeugung
Eine Vorbeugung ist nicht möglich. Deshalb ist es wichtig, die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen. Zudem sollten die Eltern selbst die Entwicklung ihres Säuglings aufmerksam beobachten. Wird eine Hüftdysplasie nicht behandelt, kommt es zu einer Fehlbildung der Hüftgelenke. Durch die Fehlstellung nutzt sich das Gelenk schneller ab. Bereits im frühen Erwachsenenalter führt dies zu einer schmerzhaften Arthrose, nicht selten auch zu einer Gehbehinderung.

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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 23. Mai 2006 um 14.00 Uhr

Wiederholung vom 12. April 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 11-04-05
Letzte Änderung: 16-05-06