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Venedig 2004 - 08/09/04

Howl's Moving Castle

Ein animierter Film voller Magie aus Japan


Ein Film von Hayao Miyazaki
Offizieller Wettbewerbsbeitrag

Synopsis: Die 18-jährige Sophie ist eine pflichtbewusste, brave Hutmacherin. Durch Zufall lernt sie den Zauberer Howl kennen, und wird deshalb von einer bösen, auf sie eifersüchtigen Hexe mit einem Fluch belegt. Auf einmal findet sich Sophie im Körper einer 90-jährigen wieder. Sie zieht aus in die Ferne, um Howl – in den sie sich verliebt hat – zu finden, und um den Fluch der auf ihr lastet, rückgängig zu machen...

Kritik: Ein neuer Film von Hayao Miyazaki und seinem Studio Ghibli – das ist zweifellos einer der Höhepunkte des Festivals. In dem Genre des Animationsfilms bleibt er konkurrenzlos. Mit seinen letzten Filmen hat er den Goldenen Bär auf dem Filmfest in Berlin (2002) und den Oscar (2003) gewonnen. SPIRITED AWAY hat in seinem Heimatland Japan sämtliche Kassenrekorde gebrochen. Erneut schickt er uns auf eine magische Reise. Diesmal mit einem wandernden Schloss, das von außen betrachtet eher an eine rostige Arche auf zwei Beinen denken lässt. Aber innen überrascht es mit immer neuen Möglichkeiten, je nachdem welche Möglichkeit der Zauberer Howl wählt. Eine einzige Tür etwa führt in vier verschiedene Welten. Liebevoll werden die Details charakterisiert, etwa das Feuer, das ein Gesicht besitzt, und Howl – dem sein Herz gestohlen wurde – als Lebensfeuer dient. Die gealterte Sophie, die durch Zufall in Howls Schloss gerät, hat unter anderem die Aufgabe, darauf zu achten, dass das Feuer nie ausgeht. Der schöne Zauberer Howl verwandelt sich ab und an in einen furchterregenden schwarzen Vogel, denn auch er ist verhext. Doch Sophie hat selbst dann keine Angst vor ihm - ihre Liebe für ihn ist stärker.

HOWL’S MOVING CASTLE ist ein buntes Feuerwerk voller Ideen, und dem Meister gelingt es, all seinen phantasiereichen Figuren existentielle Themen mit auf den Weg zu geben. Eifersucht und Machtgier sind der Motor der bösen Hexe und anderer Wesen, doch das Gute siegt. Sophie nimmt sich schließlich der - um ihre magischen Kräfte – beraubten bösen Hexe an, die ohne diese nur mehr eine (fast) harmlose alte Frau ist. Sophie zeigt, dass man gut sein kann auch zu denjenigen, die einem Böses getan haben. Indem sie gut ist, befreit sie schließlich auch andere von ihrem Fluch.

Hayao Miyazaki verpackt seine durchaus moralischen Überlegungen zu unserer Welt in eine magische bunte Geschichte, die so fern von uns ist, dass wir uns schon wieder problemlos in ihr erkennen können. Er verzaubert uns mit seinen poppigen Kreaturen und entführt uns in eine nicht grade bessere Welt, von der wir noch etwas lernen können. Mit HOWL’S MOVING CASTLE hat er es sich erstmals zur Aufgabe gemacht, einen Animationsfilm für ältere Zuschauer zu kreieren, und es ist ihm vollauf gelungen.

Nana A.T. Rebhan


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Howl's Moving Castle
Japan, 119 Min.
Buch und Regie: Hayao Miyazaki
Mit den Stimmen von Takuya Kimura, Chieko Baisho, Akihiro Miwa
Offizieller Wettbewerbsbeitrag

Erstellt: 06-09-04
Letzte Änderung: 08-09-04