Schriftgröße: + -
Home > Kultur entdecken > Musik-News

Musik-News

Ob Pop oder Rock, Electro, Klassik, Jazz, World.... unsere brandaktuellen Musik-News der Woche. Wie immer mit zahlreichen Videos und Hörproben. CDs zu gewinnen!

> > Haydn & L. Maazel (Leitung)

Musik-News

Ob Pop oder Rock, Electro, Klassik, Jazz, World.... unsere brandaktuellen Musik-News der Woche. Wie immer mit zahlreichen Videos und Hörproben. CDs zu gewinnen!

Musik-News

Musik-News - 04/11/2008 - 29/04/09

Haydn und Beethoven interpretiert von Wilhelm Kempff & Lorin Maazel

Das Label Audite präsentiert zwei sehr schöne, lebendige Konzertaufnahmen aus den Jahren 1971 und 1975.

Hören sie auch

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 94
----
Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 3

Wilhelm Kempff (Klavier), Radiosinfonieorchester Berlin, Lorin Maazel (Leitung)

Label: Audite
Vertrieb: Intégral

Neuveröffentlichungen dieses Formats sind ein Grund zum Feiern. Nicht, dass die jüngst erschienenen Einspielungen nichts hergäben. Doch diese neue CD hinterlässt trotz ihres Alters einen erstaunlich frischen Eindruck.

Es handelt sich um Konzertmitschnitte, also von den Toningenieuren eingefangenes lebendiges Musizieren. Zwei Aufnahmen wurden zusammengeführt. Mit einem Abstand von vier Jahren stellte Lorin Maazel 1971 und 1975 eine zeitlose, spannungsreiche Interpretation zweier Werke der Klassik vor, die man in jüngster Zeit ganz neu zu hören gelernt hat: Beethoven wie Haydn wurden da von einer Musikergeneration interpretiert, die durch die „barocke“ Schule gegangen ist, so dass wir uns an andere Klangfarben und eine andere Dynamik gewöhnt haben.

Kritiker sind häufig etwas hilflos angesichts solcher Neuauflagen. Über Wilhelm Kempff und Lorin Maazel ist schon alles oder fast alles gesagt worden, und so könnte man versucht sein, es bei seinem Artikel mit einem knappen Kommentar bewenden zu lassen.

Warum also über diese CD Worte verlieren? Ganz einfach, weil sie eine Menge über eine Generation von Musikern erzählt, für die Konzerte das wichtigste Ausdrucksmittel waren. Auf die Gefahr hin, kategorisch zu klingen, glaube ich, dass man das an der besonderen Mischung aus Klassizismus und Eleganz hört, mit der Kempff das Konzert entwickelt. Keine Effekthascherei, nur klare, einfache Aussagen.

Für Kempff geht es nicht um Innovation. Er macht sich mit der Unschuld desjenigen ans Werk, der zum ersten Mal eine Landschaft durchquert und sich damit begnügt, ganz naiv von seinen ersten Eindrücken zu berichten. Als ob 1971 die jahrelange Auseinandersetzung mit Beethoven und das Erbe von zweihundert Jahren Musikgeschichte diesem einfachen und gradlinigen Zugang zum Spielen eines Stücks einfach nichts anhaben konnten!

Lorin Maazel und Wilhelm Kempff kommunizieren wundervoll. Die Kadenzen des Pianisten sind von bemerkenswerter Selbstverständlichkeit und formaler Perfektion. Vier Jahre später musste sich Lorin Maazel, diesmal allein am Ruder, nichts beweisen: Der französische Dirigent lieferte einen perfekt ausgewogenen und durchweg eindringlichen Haydn.

Mathias Heizmann

Erstellt: 10-03-09
Letzte Änderung: 29-04-09


+ aus Kultur entdecken