Synopsis
Happy Together – davon können Lai (Tony Leung) und Ho (Leslie Cheung) nur träumen. Gemeinsam sind sie aus Hongkong nach Argentinien aufgebrochen, um der Enge ihrer Heimat zu entkommen und eine freie Beziehung zu führen. Doch ihr Verhältnis ist schon am Ende, als der Film beginnt.
- Der Kommentar zum Film
„Wir können es ja noch mal versuchen“ – mit diesem Vorschlag seines Freundes Ho - erinnert sich Lai, der Erzähler dieses Films- hat alles angefangen. Hier in der argentinischen Pampa, auf der anderen Seite der Weltkugel, wo die Hochhäuser Hongkongs in der Erinnerung naturgemäß auf dem Kopf stehen, reisen die beiden in einem klapprigen Gebrauchtwagen, auf dem Weg zu den sagenhaften Iguaçu-Wasserfall, dem Ziel ihres längst in die Brüche gegangenen gemeinsamen Traums. Doch es ist schwer, den eigenen Unzulänglichkeiten zu entkommen. Was hilft alle Leidenschaft, wenn man sich bei der kleinsten Gelegenheit zankt, Eifersuchtsdramen macht, aufeinander einprügelt oder voreinander flüchtet. So endet der in Schwarz-Weiß gefilmte Ausflug mit einer Wagenpanne und zwei am Rande der Autobahn in einer Niemandslandschaft verloren wirkenden Gestalten. Eins steht fest - Sie werden sich wieder vertragen, es noch einmal versuchen und sich wieder trennen.
In Buenos Aires beginnt Lai als Animateur in einer Touristen-Tangobar, während Ho es als Stricher versucht. Keine guten Voraussetzungen für einen Neuanfang. So sieht das Leben und die Liebe aus bei Wong Kar Wei – alles ist vergeblich, die Entfremdung allgegenwärtig, Ersatzhandlungen der einzige Weg einer (nur vorübergehenden) Befreiung. Trotzdem ist die Lage nicht hoffnungslos, so lange man noch Funken Leidenschaft in sich trägt. Mit großer Anteilnahme, aber frei von Sentimentalität hat der Regisseur aus Hongkong diese Männerliebe beobachtet, die grob und zärtlich ist zugleich, traurig und manchmal auch ein kleines bisschen glücklich vereint – zumindest beim Tango-Tanzen. Dann scheint die Kamera die Zeit anhalten zu wollen und geht sogar in respektvolle Distanz. Doch das Leben, der Alltag geht weiter im Moloch Buenos Aires, mit dem Mittel des Zeitraffers holt er die Liebenden zurück in die Wirklichkeit – nichts hat Bestand.
Bei Kameramann Chris Doyle, dem kongenialen Partner Wong Kar-Weis bedeutet diese Vergänglichkeit nicht nur Schmerz, sie ist auch Rausch und Extase. Fast alles wird aus der Hand gefilmt, nervöse Schnitte, unmögliche Perspektiven, ständige Wechsel zwischen Farbe und Schwarz-Weiß, dazu beschleunigte und entschleunigte Bewegungen inmitten des großstädtischen Chaos, gefilmt noch vor der großen Krise. Am Ende schafft es dann wenigstens einer von ihnen zum großen Wasserfall, der die ganze Zeit in der schäbig-romantischen Absteige in Buenos Aires als Verheißung von einem Lampenschirm herunterfunkelte. Aus der Luft betrachtet sah er magisch schön aus, doch wenn man direkt davorsteht, wird man ziemlich nass. Auch ein Synonym Wong Kar-Weis für die vergebliche Liebe.
Martin Rosefeldt
Extras: außer einem Kinotrailer - Keine!
- Happy Together
Label: Arthaus
Genre: Drama
Produktionsjahr: 1997
Produktionsland: Hongkong
Kinostart: 18.09.1997
FSK: ab 12 Jahren
Lauflänge: ca. 93 Minuten
- Darsteller
Tony Leung Chiu-wai (Bullet in the Head, In the Mood for Love)
Chang Chen (Tiger and Dragon)
Gregory Dayton (Foreign Affairs, The Tango Lesson)
- Stab
Drehbuch: Wong Kar-Wai
Kamera: Christopher Doyle
Produktion: Wong Kar-Wai
- Technische Angaben
DVD Sprachen/Ton: Kantonesisch, Deutsch
DVD Untertitel: Deutsch
DVD Extras: Trailer






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