„Geheul für Sade“ ist eine Reihe von kurzen Sequenzen vor weißem Hintergrund, in denen man die Stimmen von Jungen und Mädchen hört. Die Sätze, die sie sagen, sind Collagen, die durch mehrminütige schwarze, stumme Einschübe unterbrochen werden. Der letzte ist fast 24 Minuten lang … Die Filme bestehen also aus ganz wenigen Szenen, die Debord selbst gedreht hat, darunter Dokumentarisches, aber auch gespielte Szenen. Was die Filme jedoch eigentlich ausmacht, sind die Collagen, die Schnitte mit aktuellen Bildern, zufällige Einstellungen usw. Dabei greift er die Theorie des Umgehens, des Verdrehens auf, eine der zentralen ästhetisch-theoretischen Prinzipien des Situationismus.
Olivier Assayas: Auf Wunsch von Alice Debord habe ich mit ihr zusammen die künstlerische Leitung der DVDs übernommen. Die Filme lagen mehr als zwanzig Jahre lang in der Schublade, nachdem Debord ihre öffentliche Ausstrahlung 1984 verboten hatte. Mit diesem Projekt haben wir sie zum ersten Mal wieder einem Publikum zugänglich gemacht. Für mich war es wichtig, die Filme so zu zeigen, wie Debord sie gemacht und gewollt hat. Sicher wird es bald erweiterte, kommentierte Ausgaben geben mit allerlei Extras, Bonustracks usw. Doch mir ging es zunächst darum, sein Werk überhaupt und in geeigneter Form herauszubringen, denn ich halte es für eines der bedeutendsten filmischen Werke der Gegenwart.
DVD« La société du spectacle » - « Contre le cinéma » - « In girum imus nocte et consumimur igni »
DVD bei Gaumont Vidéo
>> Mehr Informationen - Videoausschnitte, Texte
BuchUne adolescence dans l’après-Mai
Lettre à Alice Debord
von Olivier Assayas
Verlag der Cahiers du Cinéma
>> Website der Cahiers
In Deutschland sind Guy Debords Bücher beim Nautilus Schulenburg in Hamburg und Tiamat in Berlin erschienen.
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Metropolis
Eine Reportage von Dominique Rabourdin
Samstag, den 04. Februar 2006 um 23.25 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 05. Februar um 18.05 Uhr
Redaktion: Online Production
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