Synopsis: Auf einer italienischen Insel versuchen die dort lebenden italienischen Familien und einige illegale Einwanderer, das Leben gemeinsam zu meistern… unter dem wachsamen Auge der Behörden.

"Terraferma"Ein Film von Emanuele Crialese
Mit Donatella Finocchiaro, Filippo Pucillo, Claudio Santamaria
Frankreich / Italien - 2011
Wettbewerb 
Verzweifelte Menschen, die illegal unter schlimmsten Bedingungen im «gelobten Land» ankommen, soll man sie denunzieren oder soll man ihnen helfen? Darf man, um die eigene Familie, die selbst ums Überleben kämpft, die noch Ärmeren zurück schicken? Das sind Fragen, die Emanuele Crialese in seinem neuen Film aufwirft, Fragen, die uns alle betreffen, nicht nur die Länder Europas, deren Grenzen nahe an Afrika liegen. Der italienische Filmemacher setzt ganz auf die persönliche Sicht der Dinge (wir sehen alles aus den Augen der Familien, nicht aus der der Politik) und zeigt damit den hohen menschlichen Stellenwert dieser Problematik.
Stellenweise könnte man dem Film einen etwas zu pädagogischen oder rührseligen Ansatz vorwerfen, andererseits hat er aber den großen Verdienst, sich einem Problem ganz offen zu stellen: dem Problem der illegalen Einwanderung und der noch fehlenden Lösungen. So zeichnet Terraferma sich durch einen hohen humanistischen Anspruch aus, der sich in einer klaren filmischen Umsetzung widerspiegelt.
Text: Virginie Apiou / Bericht: Gustav Hofer