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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 06. April 2006 - 04/04/06

Good Night. And, Good Luck

Ein Film von George Clooney


Intelligente Aufarbeitung
der Mc Carthy Ära

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USA 2005, 90 Min.
Mit: George Clooney, David Straithairn, Patricia Clarkson, Jeff Daniels, Robert Downey Jr.
Venedig 2005 - Offizieller Wettbewerb

Synopsis: Edward R. Murrow setzt 1953 mit seiner Newssendung „See it Now“ auf CBS neue Maßstäbe des amerikanischen Journalismus. Senator Joseph Mc Carthy aus Wisconsin führt zur gleichen Zeit seinen Kreuzzug gegen „Kommunisten“ und „unamerikanische Umtriebe.“ Murrow ist einer der ganz wenigen beherzten Journalisten mit Zivilcourage, der in der Öffentlichkeit die unlauteren Methoden Mc Carthys offen legt, der Bürgerrechte mit Füssen tritt. Damit riskiert Murrow sowohl seine Sendung als auch seine Karriere.


Der Trailer zum Film (Real Video)
Im Gespräch mit George Clooney (Real Video)


Kritik: Clooney vermutet, dass ein Jugendlicher von hundert heute noch Edward R. Murrow kennt. Dennoch oder grade deshalb ist ihm sein Film Good Night. And, Good Luck eine Herzensangelegenheit. Er hofft, dass sein Film Diskussionen hervorrufen wird, auch darüber „wie gefährlich eine Demokratie sein kann, wenn Angst - zum Beispiel vor Terrorismus - als Waffe eingesetzt wird.“ Für diesen Film hat er sogar sein eigenes Haus als Sicherheit für den Filmbond eingesetzt, der erst keine Filmversicherung abschließen wollte. Clooney fungiert als Regisseur, Co-Autor und Schauspieler. Good Night. And, Good Luck übt nicht etwa direkte Kritik am Regierungsstil Bushs - er ist wesentlich subtiler. Er führt vielmehr dem interessierten Zuschauer möglichst originalgetreu die Mc-Carthy Ära und den On-Air Krieg zwischen Murrow und McCarthy vor Augen, die sich übrigens im ganzen Film kein einziges Mal persönlich begegnen. Die Parallelen zur heutigen Bush-Regierung sind dabei kaum zu übersehen, aber sie sind von jedem Zuschauer selbst zu ziehen. Dieser Film will nicht unterhalten, er fordert vielmehr heraus.

Good Night. And, Good Luck spielt fast ausschließlich in einem CBS Studio, das originalgetreu auf 50er Jahre getrimmt wurde. Clooney entschied sich, in schwarz/weiß zu drehen, um einen möglichst realistischen Look der damaligen Zeit zu erzielen. Die Schauspieler castete er sorgfältig. David Straithairn übernahm die Rolle Murrows, Robert Downey Jr. die des Murrowkollegen Joe Wershba. Clooney selbst spielt den CBS Prodzenten, der auf den schönen Namen Fred Friendly hört. Bei seiner Rollenvorbereitung traf Robert Downey Jr. den realen Joe Wershba, der ihm nur einen – wesentlichen - Satz mit auf den Weg gab: „ Wir waren sehr aggressiv. Vergiss das nicht - wir liebten wirklich das was wir taten.“ Diese unbedingte Begeisterung für den investigativen Journalismus vermittelt dieser Film, und wiegt dadurch etliche andere Filme auf, die das Berufsbild des Journalisten schlecht wegkommen lassen.

Der Film konzentriert sich fast ausschließlich auf Studio-Szenen. Er zeigt die Kommentare von Edward R. Murrow, die immer mit den Worten enden „Good night, and good luck.“ Die Übertragung der Sendung ist danach zwar zu Ende, doch die Kamera verharrt weiterhin auf den Gesichtszügen Murrows, der erst nach seinem Schlusswort seinen Ängsten und Bedenken erlaubt sein Gesicht zu erobern – ein faszinierendes Mienenspiel, ganz ohne Worte. Szenen, die zu den stärksten in diesem Film gehören. Doch auch die zahlreichen Dialoge sind mit viel Wortwitz gebaut. Im Gedächtnis bleibt die Warnung, die Murrow in seiner letzten Sendung an die Zuschauer ausspricht, und die heute wichtiger denn je ist: „Wenn sie ihren Fernseher nicht mit Respekt als ein wichtiges Instrument behandeln, dann wird er einfach nur eine Box mit Licht und Kabeln dran sein.“ Die Verantwortung dafür liegt bei jedem einzelnen Zuschauer selbst.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 04-04-06
Letzte Änderung: 04-04-06