29/08/08
Glossar
Glossar
APOKRYPHEN: abgeleitet aus dem Griechischen, "dem Blick entzogen", "verborgen", "geheim". Der Begriff bezeichnet die religiösen Schriften, die nicht als Teil des Kanons des Alten und Neuen Testaments anerkannt sind. Es gibt apokryphe Evangelien und apokryphe Apostelgeschichten im Gegensatz zu den kanonischen Texten.
CHRIST: vom griechischen "Christos". Übersetzung des hebräischen Wortes "Massiah", der Messias, der, der mit heiligem Öl gesalbt ist.
CHRISTEN: Wahrscheinlich von den Römern in den 40er Jahren eingeführter Begriff, um bestimmte Gruppen der Anhänger Jesu außerhalb Judäas zu bezeichnen.
DEUTERONOMIUM: vom hebräischen "zweites Gesetz". Es ist das letzte Buch des Pentateuch, also des hebräischen Gesetzes, der Thora. Es handelt sich um ein religiöses Gesetzbuch.
DIASPORA: Juden, die verstreut außerhalb Palästinas leben.
DOKETEN: abgeleitet vom griechischen "scheinen". Die Doketen hingen der Idee an, Jesus sei nur ein spirituelles Wesen und sei auch nur scheinbar gekreuzigt worden, er habe nur einen "Schein"-Leib gehabt.
EBJONITEN (von hebr. die Armen): Gruppe von Judenchristen, die am Gesetz Mose festhalten und dabei trotzdem Jesus als den Messias anerkennen.
EPISTEL: Briefe an christliche Gemeinschaften. Ein Beispiel sind die Episteln des Paulus.
ESCHATOLOGIE: Lehre vom Ende der bestehenden Welt und dem Heraufkommen von etwas Neuem.
ESSENER: asketische jüdische Sekte.
EVANGELIUM: Abgeleitet vom griechischen "frohe Botschaft". Nach dem zweiten Jahrhundert bezeichnet das Wort das literarische Genre, das in Form einer Erzählung diese "frohe Botschaft" verkündet, das heißt, das Leben und das Sterben Jesu.
EXEGESE: Abgeleitet vom griechischen Wort für "Erklärung" bezeichnet es die Suche nach dem Sinn eines Textes. Die Exegeten sind diejenigen, die sich dieser Aufgabe widmen. Der Gebrauch des Wortes ist praktisch auf das Studium der Hebräischen Bibel und des Neuen Testaments beschränkt.
GENTILEN: Nichtjuden, Heiden, Ungläubige.
GESETZ: siehe Thora.
GLAUBENSBEKENNTNIS: Zusammenfassung des christlichen Glaubens, zum Beispiel das Credo.
GNOSIS: philosophisch-religiöse Doktrin, die vor unserer christlichen Zeit entstanden ist und eine höhere und esoterische "Erkenntnis" (die Übersetzung des griechischen Wortes "Gnosis") der Geheimnisse Gottes, des Menschen und der Welt anstrebt. Die Gnostiker waren eine sehr einflussreiche geistige Strömung, auch in einigen Formen des Urchristentums, die sich weigerten, die Menschwerdung Jesu anzuerkennen.
GOTTESFÜRCHTIGE: Heiden, die sich von der jüdischen Religion angezogen fühlten. Die Männer waren jedoch nicht beschnitten.
HEBRÄER: Judenchristen semitischer Sprache und Kultur.
HEIDENCHRISTEN: Christen heidnischen Ursprungs.
HELLENISTEN: Judenchristen griechischer Sprache und Kultur.
KANONISCH: Der Kanon ist die gegen Ende des zweiten Jahrhunderts praktisch festgelegte Liste der offiziell zugelassenen christlichen Schriften. Das Neue Testament besteht aus 27 kanonischen Büchern, die ab dem vierten Jahrhundert zusammengefasst werden.
KERYGMA: Verkündigung des Todes und der Auferstehung Jesu, abgeleitet aus dem Griechischen.
KIRCHE: abgeleitet vom griechischen "ekklesia", bezeichnet der Begriff eine Versammlung, anfangs ohne religiöse Konnotation.
KIRCHENVÄTER: christliche Autoren griechischer oder lateinischer Sprache, die zwischen dem Ende des ersten und dem vierten Jahrhundert die christliche Lehre begründeten. Die "Patristik" beschäftigt sich mit der Gesamtheit ihrer Werke.
LOGION: Wort, das Jesus zugeschrieben wird (Logia im Plural).
MISCHNA: abgeleitet vom hebräischen Wort für "Wiederholung". Es bezeichnet den ältesten Teil des Talmud, der im zweiten Jahrhundert unseres Zeitalters niedergeschrieben wurde.
NATIONEN: Bezeichnung für die nichtjüdischen Völker im Neuen Testament.
PARUSIE: Wiederkunft Jesu als der auferstandene Christus.
PHARISÄER: jüdische Gruppe. Etymologisch: die Abgesonderten. Das Werk der rabbinischen Pharisäer ist der Wegbereiter für das heutige Judentum.
Q: auf Deutsch "Quelle", frühzeitliche Quelle mit Worten, die Jesus zugeschrieben werden.
SADDUZÄER: mit dem Tempel und den Hohen Priestern verbundene jüdische Gruppe.
SCHRIFT: Aus christlicher Sicht bezeichnet das Wort "Schrift" die Texte der hebräischen Bibel. Im Neuen Testament ist die Schrift, "das, was geschrieben steht", der fundamentale Bezugspunkt.
SYNEDRION: Die jüdische Versammlung mit 71 Mitgliedern fungiert bis zur Zerstörung des Tempels im Jahre 70 als höchste Autorität in religiösen und politischen Fragen. Der Synedrion hat seinen Sitz in Jerusalem.
SCHABBAT oder SABBAT: wöchentliche Ruhezeit (von Freitag Abend bis Samstag Abend), die das Gesetz den Juden vorschreibt, um sich ganz Gott zu widmen.
SEPTUAGINTA: Name der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel (drittes und zweites Jahrhundert vor Christus), die der Legende nach 70 (oder 72) Juden aus Alexandria zugeschrieben wird.
SYNOPTIKER: Bezeichnung für die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas, deren Texte zu jeweils gleichen Themen sich wegen ihrer zahlreichen Ähnlichkeiten nebeneinander stellen lassen, sodass ein Vergleich "auf einen Blick" (griechisch: synoptisch) möglich ist. Die Synoptiker unterscheiden sich somit von dem vierten Evangelium, dem Johannes-Evangelium, dessen Erzählung ganz anders geschrieben ist.TALMUD: Gesamtheit des mündlich überlieferten jüdischen Rechts, von Rabbinern niedergeschrieben. Zu unterscheiden: der Jerusalemer Talmud (aus dem vierten Jahrhundert unserer Zeit) und der umfangreichere Babylonische Talmud (aus dem fünften Jahrhundert unserer Zeit).
TÄUFER: Anhänger von Johannes dem Täufer.
THORA: schriftliche Kodifizierung des jüdischen Gesetzes, die Moses zugeschrieben und im Pentateuch übermittelt wird, das heißt, in den folgenden Büchern der Bibel: Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri und Deuteronomium.
ÜBERLIEFERUNG: Geschichte eines Textes von der Urfassung bis zur heute bekannten literarischen Form.
ZELOTEN: radikale jüdische Sekte, die Widerstand gegen die Römer leistete.
Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 29-08-08