Oft ist die Terminologie rund um Bibel und Christentum sehr spezifisch und der Laie kann sich darin nicht leicht zurechtfinden. Wir erläutern Ihnen hier die wichtigsten Begriffe.
Apokalypse
Prophetische Offenbarung über das Ende der Zeit und das Kommen des Reichs Gottes.
Apokryphen
Texte, die im Entstehungsprozess der Bibel nicht in deren Kanon aufgenommen wurden. Das griechische Adjektiv apόkryphosbedeutet „verborgen“, „dunkel“. Es gibt apokryphe Evangelien, Apostelgeschichten u.a. Apostelbriefe
Briefe der Apostel an christliche Gemeinschaften; z.B. die Apostelbriefe des Paulus
Apostelgeschichte des Lukas
Biblische Erzählung über die Frühzeit des Christentums.
Arianer
Anhänger der Doktrin des Priesters Arius.
Bischof
Griechisch „episcopos“; leitendes Mitglied einer frühchristlichen Gemeinde.
Chi-Rho
Christusmonogramm, das aus den ersten beiden Buchstaben des griechischen Wortes für „Christus“ besteht.
Christen
Begriff, der wahrscheinlich von den Römern um das Jahr 40 n. Chr. eingeführt wurde, um bestimmte Gruppen von Anhängern Jesu außerhalb Judäas zu bezeichnen.
Christianoi
Bezeichnung für die ersten Christen.
Christologie
Lehre von der Person Jesu auf Grundlage der ihm gegebenen Titel.
Christus
Vom Griechischen „Christos“. Übersetzung des hebräischen Wortes „masiah“, der Messias, „der Gesalbte“.
Deuteronomium
Aus dem Hebräischen, „zweite Gesetzgebung“. Letztes Buch des Pentateuch, d.h. der Torah, der hebräischen Bibel. Es handelt sich um einen Gesetzeskodex.
Diaspora
Juden, die außerhalb Palästinas in aller Welt verstreut leben.
Diatesseron
„Evangelienharmonie“; Text, der alle vier Evangelien vereint.
Donatisten
Abweichlerische Strömung, welche sich gegen die Wiederaufnahme von Christen in die Kirche wandte, die während der Christenverfolgung dem Glauben abgeschworen hatten.
Eschatologie
Lehre vom Ende der Zeit.
Gesetz
Siehe Torah.
Gnosis
Griech. gnosis = (Er)Kenntnis. Religionsphilosophische Doktrin, die nach Erkenntnis der Geheimnisse Gottes, des Menschen und der Welt durch Offenbarung strebt. Die Gnostiker hatten großen Einfluss in gewissen Kreisen des Urchristentums, die die Menschwerdung Jesu ablehnten.
Gnostiker
Mensch, der an das Heil durch Erkenntnis glaubt.
Gnostizismus
Esoterische christliche Strömung.
Gottesfürchtige
Heiden, die sich der jüdischen Religion zuwandten; die Männer waren nicht beschnitten.
Heiden
Nichtjuden.
Heidenchrist
(Im Urchristentum) Christ nicht jüdischer, also heidnischer Herkunft.
Heilige Schrift
Im Christentum ist „Heilige Schrift“ ein Synonym für die Bibel.
Henotheismus
Glaube an einen höchsten Gott, der über den anderen Göttern steht.
Homoousios
Auf dem 1. Konzil von Nizäa festgelegter Begriff für die Wesensgleichheit von Gott-Vater und Gott-Sohn.
Idolothyte
Den Idolen geopfertes Fleisch.
Jamnia
Zentrum der Pharisäer-Reform nach dem Jahr 70 n. Chr.
Kanon
Aus dem Griechischen: kanon, lat. canon = Regel, Norm, Richtschnur, Messstab
Der Kanon ist die Liste der kirchlich für verbindlich erklärten biblischen Schriften, der Bücher des Alten und des Neuen Testaments. Der Kanon des Alten Testaments stand Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. quasi fest. Die 27 kanonischen Schriften des Neuen Testaments wurden ab dem 4. Jahrhundert zusammengestellt.
Kerygma
Griech. kerygma, Verkündigung des Todes und der Auferstehung Jesu.
Kirche
Griech. kyriaké, „dem Herrn gehörig“. Eine Religionsgemeinschaft.
Kirchenväter
Christliche Autoren griechischer oder lateinischer Sprache, die vom Ende des 1. bis zum 4. (8.?) Jahrhundert die christliche Lehre schriftlich festgehalten haben. Die Wissenschaft, die sich mit der Zeit der Kirchenväter befasst, heißt „Patristik“.
Manichäisten
Anhänger des Mani. Der Manichäismus war eine Glaubensrichtung, die in Konkurrenz zum Christentum stand.
Maranatha
Aramäischer Ausruf mit der Bedeutung „Unser Herr, komm!“
Messias
Siehe Christus.
Midrash
Auslegung religiöser Texte im Judentum.
Millenarismus
Glaube an die Errichtung eines tausend Jahre währenden Reichs.
Mischna
hebr. misna = Lehre
Grundlegender Teil des Talmuds, der im 2. Jahrhundert n. Chr. schriftlich festgehalten wurde.
Misvot
Jüdische Gebote.
Nations
Les Nations désignent les peuples non-juifs dans le Nouveau Testament (im Dt. keine Entsprechung)
Offenbarung des Johannes
Letztes Buch des Neuen Testaments.
Parusie
Die Wiederkunft Jesu als auferstandener Messias.
Paulinisten
Anhänger des Apostels Paulus.
Pharisäer
Jüdische Strömung. Der Name ist hebräischen Ursprungs und bedeutet „die Abgesonderten“. Die Pharisäer sind die Urväter des modernen Judentums.
Proselyt
Zum Judentum bekehrter Heide.
Septuaginta
Altgriechische Übersetzung der hebräischen Bibel (3. bis 2. Jahrhundert v. Chr.), die der Legende zufolge von 70 (bzw. 72) alexandrinischen Juden angefertigt wurde.
Synoptische Evangelien
Bezeichnung für die Evangelien des Markus, Matthäus und Lukas. Diese weisen so große Gemeinsamkeiten auf, dass Texte mit demselben Thema in Spalten nebeneinander gestellt und verglichen werden können (gr. synopsis = zusammenschauen). Das Johannesevangelium unterscheidet sich maßgeblich von den drei synoptischen Evangelien.
Talmud
Gesamtheit der mündlich überlieferten jüdischen Gesetze, die von den Rabbinern schriftlich festgehalten wurden. Man unterscheidet den Jerusalemer Talmud (4. Jahrhundert n. Chr.) und den umfassenderen Babylonischen Talmud (5. Jahrhundert n. Chr.).
Tetrarchie
Von Kaiser Diokletian im römischen Reich eingeführtes Herrschaftssystem mit zwei Kaisern und zwei Mitkaisern.
Torah
Jüdische Gesetzesschrift. Sie umfasst den Pentateuch, d.h. die fünf Bücher Mose: Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium.
Überlieferung
Geschichte eines Textes vom Urmaterial bis zur heute bekannten schriftlichen Form.
Vikar
Lat. vicarius = Stellvertreter.