Gesichter Europas: Freitag, 01. Februar 2008 um 17.35 Uhr - 31/01/08
Kaltblütig - Starke Pferde
Eine Dokumentation von Anja Freyhoff und Thomas Uhlmann
Der Bauer Isenberg steht mit den Hühnern und seinen 25 Kaltblütern auf und beginnt den Tag damit, sein Lieblingspferd zu striegeln. Dabei schwärmt er von der Vielseitigkeit der Kaltblüter, die aufgrund ihres Namen gebenden "kühlen", genügsamen Temperaments nicht nur als Rückepferde im Wald, sondern auch als Reit- und Kutschentiere wie auch im Therapiereiten eingesetzt werden. Doch die zu den Kaltblütern gehörenden Pferderassen wie das "Schleswiger Kaltblut" werden bald vom Aussterben bedroht sein, da immer öfter Maschinen ihre Aufgaben in der Forst- und Landwirtschaft übernehmen.
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| © WDR / Anja Freyhoff |
| Thomas Isenberg mit seinem Kaltblutgespann im Wald beim Holzrücken |
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Auf Gut Kamp in der Holsteinischen Schweiz dreht sich alles um Kaltblüter. Thomas Isenbergs Vater ist es zu verdanken, dass es die mächtigen Tiere überhaupt noch gibt. Die Rasse "Schleswiger Kaltblut" stammt aus dieser Region: Die schweren Pferde gehörten einst zum Bild der Landschaft so wie die Felder und Gehöfte. Thomas züchtet heute diese Tiere so, wie seine Vorfahren es taten. Am wohlsten fühlt sich der Landwirt und Bio-Bauer mit seinen Rückern auf dem Holzweg - das heißt, wenn er als Pferdeführer mit seinem Gespann Baumstämme aus dem Wald ziehen kann.
Wie viele Züchter bilden er und seine Mitarbeiter die Pferde selber aus. Erst nach einem Jahr intensiven Trainings kann ein Rückepferd im Wald eingesetzt werden. Es muss extrem nervenstark sein, beim Lärm der Kettensägen und unter Zeitdruck arbeiten können. Während Sportpferde meist mit Zaumzeug, Gerte und Sporen dirigiert werden, gehorcht ein Rückepferd auf Stimmkommandos. Jeder hat eine eigene Sprache für seinen vierbeinigen Helfer. Isenberg macht es vor: Mit kurzen Anweisungen manövriert er sein Lieblingspferd zentimetergenau.
Mit drei Kaltblutgespannen und zwei Mitarbeitern holt Isenberg Holz aus dem Forst. Die Arbeit mit den Tieren im Wald ist hart und manchmal auch gefährlich. Im schwierigen Gelände können die tonnenschweren Baumstämme leicht verrutschen. Da müssen Rückepferd und Mensch sich aufeinander verlassen und in Sekundenschnelle reagieren können.
Doch immer mehr Pferde werden in der Forst- und Agrarwirtschaft durch Maschinen ersetzt. Biobauer Isenberg kann die Zeichen der Zeit nicht ignorieren, wehrt sich aber mit allen Mitteln gegen das Aussterben der alten Technik des Holzrückens.
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Gesichter Europas
Tierisch Mensch (5/5)
Kaltblütig - Starke Pferde
16:9 / 26 Min.
Dokumentationsreihe, Deutschland 2007, WDR
Stereo, Erstausstrahlung
Regie: Anja Freyhoff, Thomas Uhlmann
Erstellt: 21-01-08
Letzte Änderung: 31-01-08