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Das Böse

Warum Menschen Menschen töten

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Das Böse

Warum Menschen Menschen töten

Das Böse

04/07/12

Geleitwort

Gedanken zur Dokumentation von Filmautorin Karin Jurschik

Der Anstoß zu diesem Film kam, wie so oft, durch eine zufällige Begegnung zustande. Während der Recherche zu einem anderen Film lernte ich einen Gerichtsgutachter kennen, der vor allem mit jugendlichen Straftätern konfrontiert war. Er erzählte mir von einem 17jährigen Mörder, den er, wie er sagte, nicht mehr erreichen konnte, der “in einer anderen Welt” lebte.

Gab es das wirklich? Was war das für eine Welt? Ist das “das Böse”, über das so viel geschrieben wird, dass uns fasziniert und abstößt zugleich?

Während der Recherche und den Gesprächen mit Hirnforschern, Sozialwissenschaftlern und Psychologen wurde für mich dann immer deutlicher, dass ich nicht bei der Frage nach dem Einzeltäter, dem Psychopathen, stehen bleiben möchte. Die Reise mit Professor Elbert in den Kongo, meine frühere Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus, die Aussage von Frau Dr. Saimeh: “Sie (die Täter) haben sehr viel mehr Gemeinsamkeiten mit uns als Trennungsmerkmale”, all dies machte die Frage immer wichtiger: Unter welchen Umständen könnte ich, könnten wir alle schrecklichste Taten begehen, die wir zuvor stets verurteilt hätten?



Das Böse
Warum Menschen Menschen töten

Donnerstag, 5. Juli 2012 um 21.40 Uhr, Wiederholung: 9. Juli 2012 um 2.00 Uhr

ZDF, (Deutschland, 2012, 52mn)

Regie: Karin Jurschick
Im Film kommt auch Susanne Preusker zu Wort, ehemalige Leiterin der sozialpsychiatrischen Abteilung der JVA Straubing, die von einem ihrer Klienten sieben Stunden lang als Geisel genommen, mit dem Tode bedroht und vergewaltigt wurde. Im Anschluss an “Das Böse” habe ich mit ihr und ihrer Familie einen Film darüber gemacht, wie man zusammen den Einbruch des “Bösen” in die eigene Lebenswelt überleben kann.

Wir waren dasselbe kleine Filmteam, das auch “Das Böse” gedreht hat: Dieter Stürmer hinter der Kamera, Jule Cramer am Ton und Marc Schubert beim Schnitt - ohne deren Sensibilität und Können wären solche Projekte nicht möglich. Produziert wurden beide Filme von der BILDERSTURM Filmproduktion in Köln.




Die Grafik ist ein Ausschnitt aus dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald: Die Versuchungen des heiligen Antonius, Museum Unterlinden
Copyright: Colmar, musée d’Unterlinden



Erstellt: 21-06-12
Letzte Änderung: 04-07-12