Augusto: „Ich habe mich ausschließlich dem Tango gewidmet und seit einigen Jahren gebe ich Schwulen Unterricht. So haben wir uns auch kennen gelernt. Der Tango hat seit WIR miteinander tanzen eine ganz neue Form angenommen, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie eines Tages entdecken würde.“Die lockere Atmosphäre zieht auch oft Heteros an. Aber die wollen sich nicht filmen lassen. So selbstverständlich geht man in Argentinien dann doch noch nicht mit der Schwulen-Szene um. Für die meisten hier sind die Gay-Milongas eine echte Alternative zu den oft steifen traditionellen Tango-Abenden.
Roxana, Veranstalterin Gay-Milonga: „Wir sind keine Konkurrenz für die traditionellen Milongas. Da haben wir keine negativen Reaktionen bekommen. Aber es gibt natürlich immer auch Menschen, die so etwas gut finden und andere, die es ablehnen.“
Frauen und Männer können jetzt das ausleben, was sonst in Argentinien noch nicht selbstverständlich ist: Tango und Homosexualität. Und das in einer erzkatholischen Gesellschaft, in der Tango allein schon fast als Sakrileg gilt.Dabei war Tango ursprünglich ein Männertanz. Einwanderer und Hafenarbeiter vertrieben sich Anfang des letzten Jahrhunderts so ihre Zeit. Als Frau zu tanzen war unanständig. Nur Prostituierte tanzten Tango.
San Telmo. DAS Tango-Viertel in Buenos Aires. Hier leben die beiden. Die meisten Tango-Cafés hier sind für Heteros und Touristen sind. Augusto und Miguel hoffen aber, dass es irgendwann selbstverständlich sein wird, dass auch Schwule und Lesben dort tanzen.
„La Milonga de Berlin“ - 10965 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg , Am Tempelhofer Berg 7
„La Marshall“ - Yatay 961, Buenos Aires
„Tango entre Muchahos“ - At Lugar Gay, Defensa 1120, Buenos Aires
>> Ein Artikel über Schwulen in Argentinien
>> Ein Interview über « La Marshall » (auf Englisch)
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TRACKS
Donnerstag, den 09. Juni um 23.35 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 11. Juni um 17.50 Uhr
Redaktion: Bayerischer Rundfunk
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