"Mir liegt der Funk im Blut, aber da das nicht bei jedem so ist, unterrichte ich ihn jetzt. "
Fred unterrichtet überwiegend an der Uni von Mobile, Alabama, seinem Geburtsort. Sein Vater, Dirigent eines Jazz-Orchesters, bestimmt schon früh, dass Fred Posaune lernen soll. 1960 bekommt der damals siebzehnjährige seinen ersten Job als Musiker. Eine Tournee mit Ike Turners Kings of Rhythm, begleitet von Tina und ihren Ikettes.
1968 trifft Fred auf James Brown und der wirbt den Posaunisten für die Formation ab, mit der Fred Wesley zur Legende wird: The JB’s. Mit dabei sind ein junger Bassist namens Bootsy Collins, Saxophonist Maceo Parker, Lyn Collins, und ein Sänger, der bald James Browns Sidemen wird: Bobby Byrd.
Und so wird Fred Wesley musikalischer Leiter der JB’s.
Von 1970 an liefert die Band nicht nur mit James Brown mehrere Klassiker ab, sondern veröffentlicht auch Instrumental-Platten, an denen sich fünfzehn Jahre später die Rapper erfreuen. Und als hätte er nicht schon genug um die Ohren, arbeitet Fred an den Soundtracks von zwei Blaxploitation-Klassikern mit: Der Sohn des Mandingo und Black Caesar.
Doch im Funk-Paradies ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn der Perfektionist James Brown entpuppt sich als ... Tyrann!
"Ja, ich war schon sauer und wollte einfach nur da raus, egal wie. Er fing an, Dinge zu machen, die mir nicht gefielen. Er wollte, dass ich den Stil anderer Musiker nachahme. Und ich sollte Bandmitglieder feuern, aber das alles wollte ich nicht. Also suchte ich nach einem Ausweg."
Zum Fluchthelfer wird Bootsy Collins. 1976 macht er Fred mit dem Chef einer seltsamen Sekte bekannt: George Clinton, Messias des intergalaktischen Funk.
"Bootsy hatte den Rhythmus, und George Clinton das Konzept. Seine Band kam irgendwo aus dem Weltall auf die Erde, um uns von unserer Funklosigkeit zu erlösen. Und Bootsy hatte genau die Beats und Basslines, die dazu passten. Das war super funky."
Zusammen mit Maceo Parker und zwei Trompetern bildet Fred “The Horny Horns“, also “rollige Hörner“, um George Clinton 5 Jahre lang musikalisch zu unterstützen. Dieser zieht auf der Bühne eine Riesen-Show ab und schafft es, das weiße Publikum zum Funk zu bekehren.
Weltweit unterwegs ist Fred Wesley aber immer noch, um jungen Musikern den Funk zu lehren, wie bei dieser Master Class in Paris.
Mit sechzig Studenten im Rücken und seinen alten Freunden Maceo Parker und Pee Wee Ellis neben sich, spielt er dort die alten Hits. Dabei gilt ganz offensichtlich noch immer George Clintons Devise: “Funk ist sich selbst Belohnung genug“.
Links
Kameramann: Diego Monet
Tonmeister: Bruno Banqui







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