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Kino auf ARTE - 02/02/11

Frau zu verschenken

(Preparez vos mouchoirs)
Spielfilm, Frankreich 1976, ARTE F
Regie: Bertrand Blier; Buch: Bertrand Blier; Kamera: Jean Penzer; Schnitt: Claudine Merlin; Musik: Georges Delerue; Produzent: Paul Claudon, Georges Danciges, Alexandre Mnouchkine; Produktion: Belga Films, C.A.P.A.C., Les Films Ariane
Mit: Gérard Depardieu - (Raoul), Carole Laure - (Solange), Patrick Dewaere - (Stéphane), Michel Serrault - (Nachbar), Eléonore Hirt - (Madame Beloeil), Jean Rougerie - (Mr. Beloeil), Riton Liebman - (Christian)

Raoul, unzufrieden in seiner Ehe mit Solange, begibt sich auf die Suche nach einem gemeinsamen Liebhaber, um neuen Wind in die Beziehung zu bringen. In einem Café trifft er auf Stéphane, der sich zu einer ménage à trois bereiterklärt. Auf ihre wahre Liebe trifft Solange wenig später in einem Ferienlager - allerdings verliebt sie sich nicht in einen der Betreuer, sondern in den 13-jährigen Christian.



Zwischen Raoul und Ehefrau Solange läuft schon lange nichts mehr, und zudem sind sie immer noch kinderlos. Raoul zweifelt an seiner Männlichkeit und macht sich selbst für das Ausbleiben des Nachwuchses verantwortlich.
Um Abwechslung in ihre verfahrene Beziehung zu bringen, entschließt sich Raoul beim nächsten Bistrobesuch spontan, dem Herrn am Nachbartisch seine Frau zu schenken.
Doch die einzige Veränderung, die sich abzeichnet, ist eine freundschaftliche Beziehung zwischen Raoul und Stéphane, dem Beschenkten. In seiner Verzweiflung zieht Raoul sogar seinen spießigen Nachbarn zurate, doch der weiß auch nicht weiter.
Der Kontakt zu Kindern soll Solange psychologisch an die Mutterrolle heranführen, und so entschließen sich die drei, als ehrenamtliche Betreuer in einem Ferienlager zu arbeiten.
Christian, 13 Jahre alt und aus reichem Haus, verbringt seine Ferien in jenem Sommerlager. Von den anderen Kindern wird er aufgrund seiner Reife und seiner hohen Intelligenz ausgegrenzt. Solange hingegen fühlt sich von dem Heranwachsenden angezogen und während Ehemann und Geliebter um ihre Liebe geprellt werden, entwickelt sie erotische Gefühle für den 13-Jährigen ...

Bertrand Bliers "Frau zu verschenken" räumt mit den verstaubten Vorstellungen der klassischen Zweierbeziehung auf und wirft alle Konventionen über Bord. Die prominent besetzte Erotikkomödie bietet französischen Filmspaß erster Güte und wurde 1979 mit dem Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film und der goldenen Palme ausgezeichnet.
Bertrand Blier, Sohn des berühmten Schauspielers Bernard Blier, wurde 1939 in Paris geboren. Nach seinen Anfängen als Regieassistent gibt er 1963 mit dem Dokumentarfilm "Hitler? Kenn' ich nicht" sein Regiedebüt. Mit "Die Ausgebufften" (1974), in dem er ebenfalls mit Depardieu und Dewaere zusammenarbeitete, begann sein großer Erfolg.
Zu Bliers weiteren Erfolgen zählen "Den Mörder trifft man am Buffet" (1979), "Der Abendanzug" (1986), "Zu schön für Dich" (1989, Großer Preis der Jury in Cannes, fünf Césars) und "Eins, zwei, drei, Sonne" (1993) - alle bis auf den zuletzt genannten mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle.
Der heute als Galionsfigur des französischen Films international gefeierte Schauspieler Gérard Depardieu erlebte mit seiner Rolle als antibürgerlicher Draufgänger Jean-Claude in "Die Ausgebufften" seinen Durchbruch. Er erhielt anschließend zahlreiche Angebote für bedeutende europäische und US-amerikanische Produktionen. So spielte er unter anderem in Bertoluccis "1900" (1976), Truffauts "Die Frau von nebenan" (1981), "Cyrano de Bergerac" (1990) und "Green Card - Scheinehe mit Hindernissen" (1990). Er gewann die wichtigsten internationalen Schauspielpreise und gilt als internationaler Superstar.

Frau zu verschenken
Montag 14. März 2011 um 02.35 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1976, 104mn)
ARTE F

Erstellt: 02-02-11
Letzte Änderung: 02-02-11