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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 14. Oktober 2004 - 20/10/04

Flammend' Herz

Eine Dokumentation über drei von Kopf bis Fuß tätowierte alte Männer


Synopsis: „Flammend Herz“ erzählt die Geschichte dreier Männer, die gemeinsam 270 Lebensjahre alt sind. Von Kopf bis Fuß sind sie tätowiert. Diese gemeinsame Leidenschaft bedingte ihre Freundschaft über mehrere Jahrzehnte.

Kritik: Albert Cornelissen und Karlmann Richter sind beide 90, Herbert Hoffmann ist 84 Jahre alt – sie sind Bilderbuchmenschen. Ihre von Kopf bis Fuß tätowierte Haut erzählt die Geschichten ihres Lebens. So sah etwa Herbert Hoffmann in russischer Gefangenschaft einen Rigaer Wachmann, der das Seefahrermotiv Herz mit Flamme auf seinem Rücken eintätowiert hatte – er wollte es sofort auch. Doch im Lager waren weder Farbe noch Nadeln aufzutreiben, nicht einmal Stifte oder Papier um eine Skizze anzufertigen. 1950 konnte er sich endlich sein erstes Tattoo machen lassen, das titelgebende „flammende Herz“, das für die ewige Liebe steht. „Damals nahmen viele an, nur Verbrecher und Primitive aus der Unterschicht würden sich tätowieren lassen“, sagt Karlmann Richter, Jahrgang 1913. Er stammt aus einer der zehn reichsten Kieler Familien. Karlmann versuchte mit nur einem einzigen - heimlich getragenen Tattoo - ein großbürgerliches Leben in arrangierter Ehe zu leben, bis er eines Tages sorgsam geplant aus allem ausbrach. Er bekannte sich selbst zu seiner Homosexualität, zog nach Hamburg und half dort Herbert Hoffmann in dessen Tätowierstube – Deutschlands offiziell ältester Tätowierstube. Karlmann sagt: „Mein zweites Leben begann mit meiner Flucht nach Hamburg. Das war 1970, demnach bin ich jetzt 32 Jahre alt. Ich fühle mich sehr wohl dabei.“

Die beiden Filmemacher begleiten den elegant gekleideten älteren Herrn im beigen Anzug mit farblich passendem Einstecktuch in sein ehemaliges Wohnhaus. Dort erzählt er über seine großbürgerliche Kindheit in Kiel und dass er schon damals „die Nähe zum Küchenpersonal verspürte.“

Andrea Schuler und Oliver Ruts schauen genau hin. Die Körper der drei betagten Männer stehen dabei stets im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Ausgehend von diesen teilweise bereits verwaschenen Symbolen auf der Haut erzählen sie ihre bewegten und bewegenden Lebensgeschichten. Dieser Film bringt jenseits des Tattootrends der letzten Jahre ein Verständnis für die Geschichte der Tätowierung in Deutschland. Liebevoll dokumentieren die Filmemacher die Leidenschaft der Männer für die bunten Hautbilder. Der positive Blick ist nicht überraschend, denn Oliver Ruts, der eine Teil des Regieduos ist selbst Tätowierer – und dies ist sein erster Film.

Albert Hoffmann, der dritte im Bunde, stammt ebenfalls aus einer wohlhabenden Familie, die seine Neigung keineswegs unterstützte. Aber er weiß: „Hätte ich aus angeblicher Rücksicht auf meine Umgebung oder aus ängstlichem Kleinmut meine Tätowierlust unterdrückt, so wäre ich zeitlebens unglücklich gewesen. Seit ich tätowiert bin, ist mein Leben schön und sinnvoll.“

Nana A.T. Rebhan


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Flammend' Herz
Deutschland 2004, 90 Min.
Regie: Andrea Schuler und Oliver Ruts
Mit Herbert Hoffmann, Karlmann Richter , Albert Cornelissen

Erstellt: 20-10-04
Letzte Änderung: 20-10-04