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Kino auf ARTE - 28/06/12

Fish Tank

Spielfilm, Großbritannien, Niederlande, 2009, ARTE F / ARD, 118 Min.
Regie: Andrea Arnold, Drehbuch: Andrea Arnold, Kamera: Robbie Ryan, Musik: Liz Gallacher, Schnitt: Nicolas Chaudeurge, Produktion: BBC Films, UK Film Council, Limelight Communication, ContentFilm, Kasander Film Company, Produzent: Kees Kasander, Nick Laws
Mit: Michael Fassbender (Connor), Kierston Wareing (Joanne), Katie Jarvis (Mia), Rebecca Griffiths (Tyler), Harry Treadaway (Billy)

Die 15-jährige Schulabbrecherin Mia hat nur eine Leidenschaft: den Hip-Hop-Tanz. Das trostlose Leben des rebellischen Teenagers scheint sich zu erhellen, als Connor, der neue Liebhaber ihrer Mutter, bei ihnen einzieht.



Mia lebt in einer Sozialbau-Siedlung an der Ostküste Englands. Sie ist 15 Jahre alt, aber ihr Leben erscheint ihr bereits aussichtslos. Sie hat die Schule geschmissen, die beste Freundin kehrt ihr den Rücken zu, und sie lebt eingeklemmt zwischen ihrer vorlauten kleinen Schwester Tyler und ihrer Rabenmutter Joanne. Aus Frust lässt Mia sich immer häufiger volllaufen, irrt ziellos durch ihre heruntergekommene Siedlung und reagiert auf jede Art von Provokation mit brutaler Aggressivität. Nur wenn sie in einer leer stehenden Wohnung ganz für sich alleine Breakdance-Schritte übt, scheint Mia durchzuatmen. Ein Lichtblick ist auch Connor, der neue Liebhaber ihrer Mutter. Er sieht blendend aus, hat einen festen Job im Baumarkt und ermuntert Mia, mit einem selbst gedrehten Video an einem Tanzwettbewerb teilzunehmen. Bei einem gemeinsamen Ausflug ins Grüne kommt sogar ein Anflug familiärer Wärme auf. Doch die Eifrigkeit, mit der Connor versucht, der Familie beizutreten, wirkt verdächtig und tatsächlich fällt der Mann unversehens aus der Rolle.

"Wenn man mich über die Quelle meiner Inspiration befragt, antworte ich zuerst: das Leben" Dieses Zitat von Andrea Arnold bekommt man in jedem Aspekt ihres dritten Films "Fish Tank" zu spüren. Ganz auf die Protagonistin Mia fokussiert, folgt der Film ihr hautnah durch ihr chaotisches Leben in einer heruntergekommenen Arbeitersiedlung. Die in der Tradition des britischen Sozialrealismus von Ken Loach ("Mein Name ist Joe", 1998, "Ladybird Ladybird", 1994) anknüpfende, aufwühlende Studie lebt von der gewaltigen Präsenz der Newcomerin Katie Jarvis, die dem Film dank ihrer beeindruckenden ersten Schauspielleistung eine großartige Energie verleiht. Man spürt, dass die nicht-professionelle Darstellerin jenem Milieu entstammt, dessen Verhaltenscodes sie im Film perfekt darstellt. Dokumentarisch genau und ohne die übliche Psychologisierung beobachtet die Autorenfilmerin halt- und perspektivlose Familienverhältnisse. Die Rolle des Taugenichts Connor steigerte die Popularität des charismatischen Michael Fassbender, der danach mit Hauptrollen in David Cronenbergs "Eine dunkle Begierde" (2011) und in "X-Men: Erste Entscheidung" (2011) seine Wandlungsfähigkeiten unter Beweis stellte.
"Fish Tank" wurde 2009 mit dem Preis der Jury in Cannes ausgezeichnet.
"Eine herausfordernde Studie über adoleszente Reifungsprozesse, die von der enormen Präsenz der Hauptdarstellerin lebt und die aufgelassenen Industriebrachen um die Themse-Mündung zum seelischen Spiegel macht" (Film dienst).

Fish Tank
Montag 30. Juli 2012 um 02.20 Uhr
Keine Wiederholungen
(Großbritannien, Niederlande, 2009, 100mn)
ARTE F / ARD

Erstellt: 28-06-12
Letzte Änderung: 28-06-12