Großbritannien / Irland : Aus Feinden werden Freunde
Es scheint, als habe der jahrhundertealte Konflikt die Region wirtschaftlich erschöpft. Im traditionell armen Grenzgebiet zwischen Irland und Nordirland fördert die EU deshalb in erster Linie Wachstum und Infrastruktur, allerdings grenzübergreifend. Projekte wie gemeinsame Wochenmärkte, ärztliche Notfalldienste und Hochschulen verbessern die Infrastruktur - und sollen gleichzeitig die Menschen südlich und nördlich der Grenze zusammenbringen. Zwar sind es kleine Schritte, doch Katholiken und Protestanten kommen einander näher.Schweden / Dänemark : Brückenschlag für Grenzgänger
Sie ist das Symbol für einen jahrzehntelangen Annäherungsprozess - die Öresund-Brücke, die seit Sommer 2000 den schwedischen und den dänischen Teil der Öresund-Region verbindet. Gefördert von der EU erlebt die Gegend einen regelrechten Boom. Zahllose Biotech-Unternehmen haben der Gegend zum Beinamen „Medicon Valley“ verholfen, internationale Großkonzerne verlagern ihre nordischen Hauptquartiere an den Öresund. Die entstandenen Arbeitsplätze ziehen Dänen und Schweden über die Brücke. Sie arbeiten gemeinsam, leben gemeinsam. Und auch wenn manch gegenseitiges Vorurteil weiter besteht - in einem Gebiet, das in seiner Geschichte stets heiß umkämpft war, steht Öresund für eine erfolgreiche Annäherung von Dänen und Schweden.Sardinien : Eigenständigkeit und Annäherung
Die Sarden sind stolz auf ihre Eigenständigkeit. In ihrer Geschichte mussten sie sich immer wieder gegen Eroberer zur Wehr setzen. Kein Wunder, dass das sardische Misstrauen gegen fremde Mächte und später gegen die Zentralregierung in Rom tief sitzt. Traditionell eine der armen Regionen Italiens, erlebt Sardinien seit Jahren einen Aufschwung – unterstützt von der EU, die Tourismus und Landwirtschaft fördert. Es scheint, als ändere der positive Einfluss von außen Schritt für Schritt auch die Einstellung der Sarden: Die Mauern beginnen zu bröckeln, Europa rückt näher.Sark : Die letzte Bastion
Auf der kleinen Kanalinsel Sark scheint die Zeit stehen geblieben: Statt Autos fahren hier noch Pferdefuhrwerke. Zwar gibt es ein Parlament, aber keine Demokratie. Bis heute lenkt ein Lehnsherr die Geschicke der Insulaner. Sark ist in Besitz der britischen Krone, zu Großbritannien oder gar zur Europäischen Union gehört die Insel nicht. Auf diese Eigenständigkeit sind die Menschen auf Sark stolz – von der EU halten die meisten hier wenig.






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