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ARTE Journal - 27/02/12

Erfolgsgeschichte Erasmus

Europa – das ist der Euro, die Krise, die Gipfel, der Streit. Aber Europa – das ist auch Erasmus. Das Austauschprogramm für Studenten gilt als eine der größten Erfolgsgeschichten der europäischen Integration. Denn es ist ein Labor der menschlichen Begegnungen – und das nun schon seit 25 Jahren.

Seit Erasmus 1987 ins Leben gerufen wurde, haben drei Millionen junge Menschen daran teilgenommen – drei Millionen, die ein paar Monate lang ein anderes Land entdeckten, anders lernten, studierten, lebten.

Drei Millionen Geschichten

Für die meisten ist es auch ein Jahr der Freiheit, fern vom regulären Studienprogramm daheim. Viele Erasmus-Studenten konnten Freundschaften fürs Leben knüpfen, und mancher traf sogar die große Liebe - der französische Regisseur Cedric Klapisch hat der Erasmus-Welt mit dem Film „L’Auberge espagnole“ eine Hymne geschaffen.

Pflicht zur Mobilität

Ganz so rosig-unbekümmert ist es allerdings nicht immer – oder immer weniger. Mit dem Bologna-Prozess der EU, der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen in den verschiedenen Ländern, wurde auch das Programm für die Erasmus-Studenten straffer. Heute sehen die meisten Studenten den Aufenthalt im Ausland als Bedingung für den Jobeinstieg. Und Erasmus hat sich angepasst: Neben dem akademischen Autausch werden auch Prakika in Unternehmen unterstützt.

Es bleibt teuer

Die EU lässt sich das Programm etwas kosten – drei Milliarden Euro zwischen 2007 und 2013. Doch den Topf müssen sich immer mehr Länder und Studenten teilen: 1987 nahmen elf Länder und etwa 3000 Studenten teil. Heute kommen zu den 27 EU-Mitgliedstaaten auch noch die Erasmus-Partner Norwegen, Liechtenstein, Schweiz und Türkei hinzu. In diesem Jahr werden knapp 250.000 Studenten am Erasmus-Programm teilnehmen, durchschnittlich bekommt jeder von ihnen 250 Euro im Monat. Für die meisten reicht das nicht zum Leben – Erasmus bleibt ein Luxus, den sich nicht jeder Student leisten kann. Die EU verspricht, das Budget ab 2013 aufzustocken – um wieviel, bleibt jedoch noch offen.

Carolin Ollivier für ARTE Journal

Erstellt: 27-02-12
Letzte Änderung: 27-02-12