Wiederholung: 9. Januar, um 14.00 Uhr
Im Jahr 1707 läuft Admiral Shovell mit seiner Flotte vor der englischen Küste in dichtem Nebel auf die gefürchteten Scilly Islands zu. Die Schiffe zerschellen an den mörderischen Klippen und 2.000 Seeleute verlieren ihr Leben. Die englische Regierung beschließt zu handeln und setzt einen Preis aus: 20.000 Pfund für den, der endlich eine verlässliche Methode findet, den Längengrad auf See exakt zu bestimmen.Die berühmtesten Gelehrten - von Galileo Galilei bis Isaac Newton - hatten seit Jahrhunderten versucht, eine Antwort zu finden. Doch erst die Erfindung eines einfachen schottischen Uhrmachers sorgte im 18. Jahrhundert für den entscheidenden Fortschritt. Eine Erfindung, deren Bedeutung bis in unsere Zeit reicht. Der Schlüssel zur Bestimmung des Längengrades ist - damals wie heute - die Zeit. Die königlichen Astronomen versuchten, die Lösung in den Sternen zu finden, eine weltweit sichtbare Himmelsuhr sollte helfen, den Längengrad zu bestimmen. Doch auf See war dies ein äußerst kompliziertes Unterfangen. Der schottische Uhrmacher John Harrison hingegen glaubte an die Präzision seiner Chronometer. In einer Zeit, in der Uhren als genau galten, wenn sie mehrere Minuten am Tag falsch gingen, schuf er Instrumente, die nur wenige Sekunden im Monat abwichen. Er arbeitete sein gesamtes Leben wie besessen daran, mit Hilfe präziser Chronometer auf schwankenden Schiffen und in unterschiedlichen Klimazonen den Längengrad exakt bestimmen zu können. Ein unerbittlicher Wettlauf beginnt: die berühmtesten Gelehrten der Zeit gegen den schottischen Autodidakten, etablierte Wissenschaftler gegen einen eigenbrötlerischen Tüftler, die erhabene Lehre von der Systematik des Universums gegen ein kleines tickendes Uhrwerk.
Der renommierte, vielfach ausgezeichnete Kölner Produzent, Autor und Regisseur Axel Engstfeld (siehe www.engstfeld-film.de) verfolgt in dieser Dokumentation eines der dramatischsten Abenteuer der Wissenschaft, das zum Wendepunkt der Geschichte der Seefahrt werden sollte. Inszenierte Elemente, Aufnahmen an Originalschauplätzen in England und der Karibik, Schiffspassagen im tosenden Atlantik und Archivmaterial fügen sich zu einem spannenden Mosaik. Eigens für diesen Film wurde eine originalgetreue Replik der berühmtesten Uhr von Harrison, der H1, gebaut. Heute schlägt die genaueste Uhr der Welt in den USA. Auf der Falcon Airbase in Colorado synchronisiert sie die Satelliten des GPS-Systems. Es ist nach wie vor die Dimension der Zeit, die genaue Navigation ermöglicht.
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