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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 29. Juli 2004 - 28/07/04

Eine italienische Hochzeit

‚Little Italy’ im Australien der 50er Jahre


Synopsis: Angelo und Gino sind zwei italienische Brüder, die in den 50er Jahren in Australien versuchen, eine richtige italienische Frau zu ehelichen. Gino ist der ältere von beiden, also muss er der Tradition nach zuerst heiraten. Über eine Partnervermittlerin versucht er, in Italien die geeignete Braut zu finden, doch keine will ihn. Bis er das Foto seines sehr attraktiven Bruders zu seinem Liebesbrief legt. Die schöne Rosetta verliebt sich sofort in das Bild und reist um die halbe Welt, um zu ihrem vermeintlichen Traummann zu gelangen.

Kritik: Den Italienern gelingt es wie kaum einer anderen Nation, ihr ‚Bella Italia’ bis in den hintersten Winkel der Welt zu exportieren. Sind alle wichtigen Ingredienzien vorhanden, dann kommt schon das vertraute südländische Flair auf, auch im kargen Australien der 50er Jahre.Der australische Drehbuchautor Jan Sardi, wurde für sein Skript SHINE – DER WEG INS LICHT – ein Drama um einen erblindeten Pianisten – für den Oscar nominiert. Er kennt sich aus, mit den Zutaten, die ein Film fürs große Publikum braucht. Für ‚Little Italy’ braucht es Pasta, den Pfarrer, die Espressomaschine, die von selbigem eingeweiht wird und – selbstverständlich l’Amore.

Das alles mischt Jan Sardi in seinem Regiedebut bunt zusammen. Er bringt einen turbulenten, atmosphärisch dichten Einstieg und ruht sich dann auf seinen Lorbeeren aus. Bereits nach der Exposition ist die Geschichte absolut vorhersehbar, und wird konventionell abgespult. Sicher, Jan Sardi achtet auf viele nette Details der 50er Jahre, mit Hilfe deren man sich in ein lauschiges Retro-Ambiente á la Lasse Hallströms CHOCOLAT einkuscheln kann. Doch der Film ist etwa genauso spannend wie ein Kaffeeklatsch.

Nach den anfänglichen Turbulenzen löst sich früher als später jegliches handfestes Problem im Sinne der Comedia dell’Arte in Wohlgefallen auf. Selbst Connie, die blond gefärbte, überdrehte Freundin Ginos kehrt zu ihrer Naturhaarfarbe zurück und wird damit auch innerlich irritierend ruhig und gefestigt. Aber nicht nur im Dekor und im Ambiente lehnt sich Jan Sardi an den 50er Jahren an, sondern auch thematisch. Rücksichtnahme und Opfer sind seine beiden großen Themen, die in der Beziehung der beiden Brüder in der Fremde eine große Rolle spielen.

EINE ITALIENISCHE HOCHZEIT ist ein typisches sommerliches Feel-Good-Movie. Am besten sollte man den Film während einer lauen Sommernacht im Open Air Kino mit einer (mitgebrachten) Flasche Vino Rosso begießen.

Nana A.T. Rebhan
 
Australien 2003, 102 Min.
Buch und Regie: Jan Sardi
Mit Giovanni Ribisi, Adam Garcia, Amelia Warner, Silvia De Santis

Erstellt: 27-07-04
Letzte Änderung: 28-07-04