Biografie: Geboren 1969 in Kopenhagen. Sie studierte Kunst in Florenz, anschließend an der Dänischen Filmschule in Kopenhagen. Ihr Abschlussfilm INDIEN (1999, mit Trine Dyrholm) wie auch der nachfolgende Kurzfilm HABIBTI MIN ELSKEDE (2002) liefen auf internationalen Festivals und erhielten dort mehrere Auszeichnungen. EN SOAP ist ihr erster Spielfilm.
Im Gespräch mit Pernille Fischer ChristensenKritik: „En Soap“ ist zwar der erste Film, der nach den innovativen New Danish Screen-Kriterien entstanden ist. Produziert wurde er aber von der Firma Nimbus Films, die auch für Flops wie die Dogma 95-Produktion „Mifune“ (1999) oder die jüngsten Filme von Thomas Vinterberg zuständig war. Veronicas Begeisterung für die Soapopera-Welt dient als Etikett für eine Ästhetik des im Studio Rekonstruierten, bei dem die Handlung stets in den Kulissen und der artifiziellen Studiodekoration gefangen bleibt. Gleichzeitig verweigert sich die Regie kategorisch jeglichem Kunstgriff, sondern setzt auf die kathartischen Bemühungen der Schauspieler, irgendeine Wahrheit darzustellen. Welche? Natürlich die, die aus jenen Kräfteverhältnissen und Diskussionen spricht, in denen Besonnenheit und diplomatisches Geschick keinen Platz haben. Ach, immer diese Vorliebe für physischen, plumpen Austausch, der im skandinavischen Kino teilweise zum Markenzeichen geworden ist, ohne dass dabei jemals eine Natürlichkeit erreicht wurde...
Mit Charlottes Derbheit, Kristians Schwächen und Veronicas Seelenverfassung gelingt es Pernille Fisher Christensen durchaus, etwas über die wahren aktuellen Sehnsüchte und Gefühle zu vermitteln. Aber sie reduziert die Kinodimension so drastisch und grob, dass sie damit an das offensichtliche Desinteresse am Kino selbst anknüpft, das in den meisten Dogma-Filmen mehr oder weniger stark zu spüren war. Die Unterteilung der Erzählung in Kapitel, die systematisch von einer Stimme aus dem Off eingeleitet werden, ist ein zu mechanischer Verweis auf das Soap-Genre und hält dem Vergleich mit Lars von Triers beeindruckendem Film „Dogville“ (2003) nicht stand. Diesem war es nämlich tatsächlich gelungen, durch Dekonstruktion des Rahmens und mit Humor eine neue Form zu schaffen. Nichts dergleichen in „En soap“. Julien Welter






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