Schriftgröße: + -
Home > Film > Kino auf ARTE > Kino auf Arte > Ein schlichtes Herz

Kino auf ARTE - 23/12/11

Ein schlichtes Herz

(Un coeur simple)
Spielfilm, Frankreich 2008, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: Marion Laine; Buch: Marion Laine; Kamera: Guillaume Schiffman AFC; Schnitt: Juliette Welfling; Musik: Cyril Morin; Produzent: Béatrix Caufman, Jean-Michel Rey, Philippe Liégeois; Produktion: Rezo Films, ARTE France Cinéma
Mit: Sandrine Bonnaire - (Félicité), Marina Foïs - (Mathilde Aubain), Pascal Elbé - (Théodore), Patrick Pineau - (Liébard), Thibault Vinçon - (Frédéric)

Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts: Die sanfte Félicité tritt eine Anstellung als Dienstmädchen an. Voller Aufopferung und Liebe kümmert sie sich um die Kinder. Doch ihre verwitwete Herrin führt ein strenges Regime, in dem offen gezeigte Gefühle nicht geduldet werden. So unterbindet sie die liebevolle Beziehung zwischen ihrer Tochter und Félicité - mit verheerenden Folgen.



Die junge Félicité stammt aus einfachen Verhältnissen und lebt Mitte des 19. Jahrhunderts in der Provinz der Normandie, wo sie bei einem Tanzabend Théodore kennenlernt. Die aufblühende Liebe zwischen den beiden soll schon bald mit einer Heirat besiegelt werden. Umso größer der Schrecken, als Félicité erfährt, dass Théodore sich ohne ihr Wissen für eine Andere entschieden hat. Aus Liebeskummer flüchtet sie sich daraufhin in eine neue Anstellung als Dienstmädchen im bürgerlichen Haus der Witwe Madame Aubain.
Diese hat zwei Kinder, um die sich Félicité liebevoll kümmert. Ihre Aufopferungsbereitschaft für die Familie jedoch wird von ihrer Herrin kaum wertgeschätzt. Mehr noch, Madame Aubain ist unfähig, ihre Gefühle zu ihren Kindern offen zu zeigen, und so verbietet sie auch Félicité mit Paul und Clémence zu spielen, worunter vor allem die kleine Clémence leidet. Das Mädchen sehnt sich nach Zuneigung und Wärme, die ihr nur Félicité geben kann. Ab und zu können die beiden gemeinsam am Meer im Wasser spielen und lachen. Doch die Momente des kleinen Glücks werden für Félicité immer seltener, denn Madame Aubain schickt ihre Kinder bald auf ein Internat und hindert auch ihren Knecht Liébard daran, Félicité zu heiraten. Somit verliert die junge Frau immer mehr Bezugspersonen in ihrem Umfeld. Gleichzeitig treten die Folgen der mütterlichen Gefühlskälte immer stärker zum Vorschein und Félicité muss aufs Neue einen bitteren Verlust erdulden.

Drehbuch nach der gleichnamigen Erzählung von Gustave Flaubert
Für ihr 2008 erschienenes Debüt "Ein schlichtes Herz" adaptierte die Regisseurin Marion Laine die gleichnamige Erzählung des französischen Schriftstellers Gustave Flaubert (1821-1880) über die enttäuschte und zurückgewiesene Liebe einer herzensguten Frau aus einfachen Verhältnissen. Die Erzählung war eine der letzten Publikationen des Schriftstellers und ist in der Normandie, seiner Heimat, angesiedelt.
Marion Laine, die selbst auf einem Bauernhof groß wurde, sah in der Erzählung eine Möglichkeit, das besondere Verhältnis der Bauernleute zur Natur, zum Körper und zu den Tieren darzustellen. Die Figur der einfachen Félicité hat im Gegensatz zur bürgerlichen Madame Aubain ein ganz anderes Verhältnis zum Körper. Wo sie gerne umarmt, geht ihre Herrin lieber auf Distanz.
Sandrine Bonnaire in der Rolle der Félicité und Marina Foïs als gefühlskalte Madame Aubain transportieren das Geschehen auf eindrucksvolle Weise: Emotionen und Gedanken spiegeln sich ohne Worte im Spiel ihrer Gestik und Mimik wider. Vor allem Bonnaires einfühlsame Darstellung der sehnsüchtigen Félicité berührt und wird von der Regisseurin subtil in Szene gesetzt. Gemeinsam mit der zurückhaltenden musikalischen Untermalung und dem Farbenspiel der Bilder bringt die Regisseurin dem Zuschauer die Welt der zunehmend isolierten Félicité nahe.

Ein schlichtes Herz
Dienstag 13. August 2013 um 14.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 99mn)
ARTE F

Erstellt: 23-12-11
Letzte Änderung: 23-12-11