Synopsis: Youzeck, ein einfacher Hirte begibt sich – nicht ganz freiwillig, und nur mit einer Flöte ausgestattet – auf eine aufregende Reise kreuz und quer durch die europäische Kulturgeschichte. Dabei trifft er in Himmel und Hölle auf diverse Persönlichkeiten. Prometheus, Gallileo auf dem Scheiterhaufen, Charlie Parker, Napoleon und Elvis Presley sind nur einige, die dabei seinen bunten Weg kreuzen.
Das Ergebnis seiner langjährigen Arbeit, sein „Lebenswerk“, ist ein berauschender, bunter animierter Trip durch mehrere Jahrtausende europäischer Kulturgeschichte. Der etwas naive Youzeck läuft und fliegt durch Himmel und Hölle. Er ist zwar nur ein mehr oder weniger unbeteiligter Beobachter, aber er muss wachsam sein. In der Vorhölle etwa gerät der Stein des Sisyphus aus der Bahn. Gerade noch kann Youzeck zur Seite springen. Salvador Dalí aber - der gerade eine brennende Giraffe mit Schubladen malt – wird von dem riesigen Felsen überrollt. Kurzerhand verspeist Youzeck die übriggebliebene Giraffe mit Haut und Haar. Anschließend hält er einen kleinen Verdauungsschlaf und träumt von einem musikalischen Duell zwischen Paganini und Chopin. Doch der süße Traum ist nicht von langer Dauer, denn kurz darauf wird er von einer Hexe angegriffen, die auf dem Weg zum Blocksberg ist...
Die Zeichnungen beeindrucken durch ihre überbordende Phantasie und ihren Charme. Durch kleine Macken und Fehler bleibt dem Zuschauer stets der handgefertigte Charakter bewusst. Andrzej Czeczot verzichtet komplett auf Dialoge. Diese Reduktion auf Bilder und Musik kommt dem Film durchaus zu gute. Michael Urbaniak, ein bekannter Jazz-Komponist und Musiker, der bereits für Miles Davis, Quincy Jones und Herbie Hancock tätig wurde, zeichnet als Komponist verantwortlich.
Und obwohl EDEN ein schrill buntes, bisweilen überladenes Märchen für Erwachsene ist, in dem Youzeck allein durch die Töne seiner Flöte auch die wildesten Dämonen besänftigt, gelingt es Andrzej Czeczot durch all das wilde, lustige und unterhaltsame Getöse hindurch seine Botschaft an die Zuschauer zu bringen. Hinter den Hunderten von aberwitzigen Hexen, Monstern, Dämonen und Götzen übt der polnische Filmemacher Kritik an unserer heutigen Gesellschaft, an der Profitgier, der Korruption, dem Größenwahn und der Machtbesessenheit.
Nana A.T. Rebhan
Polen 2002, 75 Min.
Regie, Buch und Bildbearbeitung: Andrzej Czeczot






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