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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

> 360° - Die GEO-Reportagen im August 2004 > Durst nach Meer

360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

360° - GEO Reportage

Samstag 28. August 2004 um 22h05 - 17/08/04

Durst nach Meer

Eine Reportage von Heidi Mühlenberg 


Jeder dritte Bewohner der Erde leidet an Wassermangel. Weltweit sterben täglich 13000 Menschen durch Verdursten oder verseuchtes Trinkwasser. Unter den Opfern sind vor allem Kinder - allein 9000 jeden Tag.

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Inzwischen werden sogar Kriege um die begehrteste Ressource der Welt, das Trinkwasser, heraufbeschworen. Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten daher verstärkt daran, die größten Wasserreservoire unseres Planeten anzuzapfen: Meere und Ozeane. 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser gibt es auf der Erde, eine schier unfassliche Menge. Doch 99,3 % des Vorkommens besteht aus salzigen Meeren oder Dauereis auf den Polkappen und Gletschern der Gebirge.
Die Lösungen und Wege, um an das kostbare Nass aus den Weltmeeren heranzukommen, sind unterschiedlich. Die Arabische Halbinsel besteht fast komplett aus Wüste. Generationen haben gelernt mit der Wasserarmut zu leben, doch nach dem Ölboom ist Mangel für die Menschen zum Fremdwort geworden. Riesige Meerwasser - Entsalzungsanlagen versorgen die Scheichtümer und Emirate mit Trinkwasser.
Brunnenanlagen im Zentrum Abu Dhabis signalisieren den vermeintlichen Sieg über die Wüste. Die Folge: die Hauptstadt der Emirate hat den höchsten Wasserverbrauch der Welt. Ihre Einwohner verbrauchen im Schnitt viermal soviel wie die Deutschen - 500 Liter pro Kopf und Tag.
Doch die Lösung der Golfstaaten basiert auf dem Reichtum des Öls und ist kaum ein Modell für andere Staaten, die unter Wassermangel leiden. Rund 12000 km entfernt, auf der Karibikinsel Puerto Rico, hat der Kleinunternehmer José Pichardo mit der Unterstützung des deutschen Ingenieurs Gerhard Regittnig eine andere Lösung gefunden: kleine solarbetriebene Entsalzungs- bzw. Trinkwasseraufbereitungs-anlagen. Diese können eine Familie oder - hintereinander geschaltet - ein ganzes Dorf mit sauberem Trinkwasser versorgen. José Pichardo hofft, dass seine Anlagen mit staatlicher Unterstützung schon bald auch die Bewohner der Armenviertel von San Juan versorgen können.

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Erstellt: 17-08-04
Letzte Änderung: 17-08-04