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Joe Williams “Get Out Of My Life, Woman” (Real Media, 45")
Jeremy Steig “Howling for Judy” (Real Media, 45")
Lou Donaldson “Who’s Makin’ Love" (Real Media, 45")Einzig mit zwei Plattenspielern ausgestattet, legten in den 80er Jahren DJs den Grundstein für eine neue Musikrichtung, den HipHop. Mit der Technik des Backspinning, dem schnellen Zurückdrehen der Schallplatte, konnten sie einzelne Passagen der Tracks vervielfältigen und kurze prägnante Rhythmuspattern auf Songlänge strecken. Inzwischen gibt es im HipHop zahlreiche spezielle musikalische Ausdifferenzierungen, die von Turntablism-Akrobaten bis hin zu Old-School-Anhängern oder seichtem R’n’B-Gangsterrap reichen. Auch wenn damals wie heute DJs stets auf der Suche nach Originalstellen sind, so werden die Loops meist nur noch mit Hilfe des Samplers produziert.
Als wahre Fundgruben für originelle Beats und Loops gelten auch heute noch die Archive der Jazzlabels. Mit „Droppin’ Science“ liefert das Blue Note Label nun frei Haus zehn grandiose Jazz-Funk-Tracks aus den 70er und 80er Jahren, die als Sample für Produktionen von A Tribe Called Quest, The Beastie Boys, De La Soul oder gar Madonna gedient haben. Allein Joe Williams einzigartig laid back gesungener Soulklassiker „Get Out Of My Life, Woman“ bearbeitete Kool G Rap in den 90er Jahren und ein Jahrzehnt später Jill Scott für ihr Debüt „Who Is Jill Scott?“. Und wer immer schon mal wissen wollte, wo die Beastie Boys auf das markante Querflötensample ihres Hits „Get It Together“ gestoßen sind, der wird sich ganz besonders darüber freuen, Jeremy Steigs abgedrehte Hippie-Jazz-Improvisation „Howling For Judy“ zu hören. Für ganz Neugierige finden sich im Booklet weiterführende Angaben zu all den einzelnen HipHop-Produktionen. Und wie viel HipHop bereits in den Original-Jazz-Funk-Aufnahmen steckt, werden bei den Interpretationen einiger Soulklassiker von Lou Donaldson und Lonnie Smith offensichtlich. Aber selbst wer sich nicht für all die HipHop-Bezüge interessieren sollte, der wird seine wahre Freude an diesen großartigen Jazz-Funk-Tracks haben.
Matthias Schneider






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