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31.03.2005 - 23.00 : tracks - 31/03/05

Dream - Al Green

1972 sang Al Green „Let’s stay together“. In einer Zeit, in der die Welt um ihn herum völlig durchdrehte, und sogar noch nach der Ermordung der schwarzen Bürgerrechtler Malcom X und Martin Luther King, hat Al Green nie aufgehört Songs über die Liebe zu schreiben. Neben Marvin Gaye ist Al Green der letzte große Soulman einer Generation tragischer Schicksale. 1964 wurde Sam Cooke in einem Motel von L.A. ermordet, drei Jahre später erwischte es Otis Redding bei einem Flugzeugabsturz. Innerhalb von nur sieben Jahren wurde Al Green zur Soul Legende, bevor er sich für 25 Jahre aus dem Business zurückzog. Jetzt ist er endlich wieder da mit zwei brandneuen Scheiben.

Video zu Al Greens neuestes Album ( Capitol Music Deutschland - real video - 7 Min.50)

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Al Green als Sohn eines Halbpächters aus Arkansas in eine Familie von 10 Kindern geboren. Seine Eltern waren streng gläubige Baptisten, die Mitte der 50er Jahre den Süden der USA verließen um in den Fabriken des Nordens nach Arbeit zu suchen.
Schon im Alter von fünf Jahren gospelte Al Green zusammen mit seinen Brüdern im Kirchenchor. Dabei stand er aber eher auf den sinnlichen Soul von Wilson Picket und Jackie Wilson, was zu ernsthaften Reibereien mit seinem Vater führte.

Al Green: "Ich wurde rausgeschmissen. Ich sang damals in einer Gospel Gruppe, die ironischerweise „The Green Brothers“ hieß – Die grünen Brüder. Ich wurde von zu Hause verjagt, weil ich immer Jackie Wilson hörte. „Baby Walk out“ und solche Sachen. Mein Vater warf mich aus dem Haus, weil er der Meinung war, dass man als Gospel-Sänger nichts anderes hören durfte als Gospel."

Mit 18 steht er also auf der Straße. Seine Freundin Juanita, eine Prostituierte aus seinem Viertel, hält ihn über Wasser, während er im mythischen Apollo von Harlem und später im Süden der USA seine ersten Auftritte hat.
In Texas trifft er den Produzenten Willie Mitchell. Der fährt dermaßen auf Als Stimme ab, dass er ihm vorschlägt, innerhalb von 18 Monaten einen Star aus ihm zu machen. Al ist das zu lang. Er lehnt das Angebot vorerst ab, kommt aber schon kurze Zeit später darauf zurück.

Al Green: "Als ich nach Hause zurück kam, hatte meine Freundin Juanita ein Techtelmechtel mit einem Typen aus unserer Straße. Ich ging also in einem Club auf sie zu und sagte: „ Entschuldige bitte, Juanita Liebling, aber ich muss dich sprechen“. Da kam ihr neuer Typ und schubste mich nach hinten. Ich dachte mir: „Oh, oh, oh, oh!“. Es artete aus und alle stürmten aus dem Laden, sogar die Bedienungen. Wir warfen uns die Stühle um die Ohren und prügelten uns auf den Tischen. Flaschen flogen durch die Luft. Auf einmal sah ich die Klinge eines Klappmessers. Eine glänzende Klinge. Die Rausschmeißer warfen mich auf die Straße. Ich ging nach Hause, packte meine Sachen, es war ungefähr drei Uhr morgens, und machte mich auf, nach Tennessee."

Wie geplant, vergehen knapp 18 Monate bis zu Als ersten goldenen Schalplatte. Das Duo Willie Mitchel und Al Green entpuppt sich als reinste Hit-Fabrik. Zusammen verkaufen sie über 30 Millionen Scheiben. Al Greens ultrasinnlicher Soul löst eine Massenhysterie aus.

1974, auf dem Höhepunkt von Al Greens Karriere, schüttet ihm eine seiner Liebhaberinnen einen Topf kochendes Wasser über den Rücken und begeht kurz darauf Selbstmord. Von diesem Ereignis traumatisiert, kauft Al Green zwei Jahre später eine Kirche in Memphis. Er wird Reverend und beschließt, nur noch Gospel Songs aufzunehmen, auf Kosten der Zusammenarbeit mit Willie Mitchel.
25 Jahre lang widmete sich Al Green nur noch der Kirche und Willie Mitchel musste sich gedulden bis alle Wunden verheilt waren. 2003 war es dann endlich soweit und das Dream-Team stand wieder im Studio.
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Neuestes Album

"Everything's OK"
The Reverend Al Green
bei Blue Note / Emi

"I can't stop"
The Reverend Al Green
bei Blue Note / Emi

>> Offizielle Website von Al Green

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TRACKS
Eine Reportage von Stéphanie Binet
Donnerstag, den 31. März um 23.00 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 30-03-05
Letzte Änderung: 31-03-05


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