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ARTE Journal - 14/03/12

Don Quichotte gegen Atomwindmühlen

Dritte Episode: Der Deutsche Markus Kauber im Atomland Nummer Eins in Europa


Deutschland ist längst aus der Atomkraft ausgestiegen, Frankreich schwört auf seine wichtige Exportindustrie. 58 Reaktoren sind am Netz und trotz der Katastrophe in Fukushima denkt niemand daran, diese abzuschalten -auch nicht das alte, störfallanfällige AKW in Fessenheim. Direkt an der deutsch-französischen Grenze gelegen protestieren hier regelmäßig badische und elsässische Atomkraftgegner zusammen.
Ein Thema also, dass viel Widerspruch regt bei den Deutschen. Zumal weder Atomkraft, noch Umwelt oder Erneuerbare Energien im Wahlkampf überhaupt eine Rolle spielen. Die Kandidatin der Grünen liegt in den Umfragen gerade noch bei 2,5 Prozent und die anderen interessiert das Thema gar nicht. Umweltpolitik scheint ein zu langfristiges Engagement zu erfordern, um schnelle Antworten und Sofortlösungen für die krisengeplagten Franzosen an zu bieten.

Unser Portrait: Markus Kauber

Aus Liebe zu seiner französischen Freundin ist der Schwabe vor drei Jahren nach Rennes gezogen.  Zuletzt hatte der gelernte Forstwissenschaftler als Informatiker gearbeitet, schon länger wollte der 38-Jährige aber auf Erneuerbare Energien umsatteln. Und ausgerechnet im Atomland Frankreich hat er das in Angriff genommen – mit Erfolg. Noch in Deutschland hat er sich über alterative Energieanbieter in Frankreich informiert und ist dabei auf die sehr kleine Kooperative von französischen Aktivisten „Enercoop“ gestoßen. Seit der Katastrophe in Fukushima gibt es zwar im Verhältnis nur wenige, aber dennoch immer mehr Franzosen, die ihren Stromlieferanten wechseln - alsodem mächtigen Staatskonzern EDF den Rücken zukehren. Markus Kauber ist der regionalen Initiative sofort bei getreten, hat ehrenamtlich für den Aufbau einer Enercoop-Filiale in der Bretagne gearbeitet. Jetzt hat er dort eine halbe Stelle. Eine Branche mit Zukunft, sagt er. Um so tragischer findet er es, dass alle Politiker der großen französischen Parteien, zwar von der Schaffung neuer Arbeitsplätze reden, aber nie von den Erneuerbaren Energien.  





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Erstellt: 07-03-12
Letzte Änderung: 14-03-12