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Im Spiegel der Zeitschriften Nr.16 - 23/06/10

Jetzt ist Weitblick gefragt!

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Von April bis Juni 2010 haben die Assistenten des Europa-Kollegs in Brügge und Natolin und ein junger Journalist von arte.tv – Alexander Knetig – sich mit einem recht komplizierten Thema auseinandergesetzt: das Europäische Budget 2014-2020. Dabei haben sie sich nicht auf technische Aspekte aus der öffentlichen Makroökonomie beschränkt, sondern über die politischen Facetten einer Frage nachgedacht, welche die öffentliche Meinung manchmal wirklich bewegen kann.

 

Natürlich ist ihre Analyse von den Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt, welche 2008 von den USA aus auf Europa übergeschwappt ist und die Konjunktur der 27 EU-Mitgliedsstaaten immer noch stark drosselt. Jetzt, da sich alle Entscheidungsträger im Stile Deutschlands für eine harte Sparpolitik ausgesprochen haben, stellt sich die Frage, wie man ein Budgetprojekt mit echten Vorschlägen für die Zukunft aller Europäer wird aufbauen können.

 

Dies hatten die Teilnehmer an dieser Debatte natürlich im Kopf, als sie die nationalen Situationen in Spanien, Österreich, Polen, Italien, Bulgarien, Rumänien, Frankreich und Deutschland analysierten.


Anhand ihrer Beiträge merken wir erst so richtig, dass ein nationales Budget, das durch Steuern finanziert wird (und natürlich umso mehr jenes einer supranationalen Instanz, die solche Steuern nicht direkt erheben kann), ein politisch fundamentaler Akt ist. Ohne Budget gibt es keine Prioritäten. Und ohne Prioritäten kann es keine ambitionierte Strategie geben, kein Ziel, das man unbedingt erreichen will.

 

Deswegen kann man sich nur wünschen, dass die Bürger der EU mehr Mitspracherecht bei diesen Prioritäten (Selbstversorgung, Vollbeschäftigung, Forschung, nachhaltige Entwicklung…) bekommen und den von ihnen gewählten Politikern nur die ganz schweren Entscheidungen überlassen. Daher haben wir unsere Reflektionen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in Österreich, Frankreich, Italien und Polen an die Europäische Kommission weitergeleitet, die zwischen April und Juni einen Wettbewerb zu diesem Thema ausgeschrieben hat. Die ersten Texte der Debatte sind bereits online.


Wir würden uns freuen, wenn Sie nach der Lektüre dieser Ausgabe an der Diskussion über das zukünftige Budget der EU auf unserem Blog teilnehmen würden (auf Französisch oder Englisch).


 

Claire A. Poinsignon

www.arte.tv/europa

 

Luis Bouza Garcia

Akademischer Assistent

Projektkoordinator zwischen beiden Europakollegs

Europakolleg Brügge

 

 

An dieser Ausgabe haben teilgenommen:

George-Dian Balan (Rumänien)

Luis Bouza Garcia (Spanien et Frankreich)

Agnieszka Cianciara (Polen)

Alexander Knetig (Österreich et Deutschland)

Elitsa Mincheva (Bulgarien)

Elisa Molino (Italien)

Übersetzung : Sprachendienst ARTE GEIE und Alexander Knetig für den Leitartikel und das Fazit

Bildrecherche: Luis Bouza Garcia

Überarbeitung/Onlinestellen der deutschen Sprachfassung: Diana Kraus.

 


 

Erstellt: 17-06-10
Letzte Änderung: 23-06-10


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