Leblanc fasst den Entschluss, Frau und Firma fallenzulassen und stattdessen mit Stascha zu fliehen. Karoff, der ebenfalls Stascha hörig ist, wittert ihren Versuch, sich von ihm zu lösen, und droht ihr, sie und sich selbst bei der Polizei anzuzeigen. Es kommt zum Kampf zwischen den Rivalen, bei dem Henri von Karoff bewusstlos geschlagen wird.
Als die Polizei eintrifft, um den gesuchten Mörder und seine Mitstreiterin zu verhaften, erschießt Karoff Stascha. Noch völlig benommen, verfolgt Henri ungläubig das Geschehen, als ob er aus einem fürchterlichen Traum erwache. Geläutert kehrt er schließlich in seine Heimat zurück, um seine Frau um Vergebung zu bitten.
Kurt Bernhardt, der als Curtis Bernhardt in Hollywood Karriere machen sollte, gelingt es auf subtile Weise, die geheimnisvolle erotische Aura der Femme fatale mit all ihrer Ambivalenz einzufangen. Ihr Blick hat eine verführerische und zugleich verzweifelte Dimension. Beinahe wirkt sie wie ein Geist, der sich ganz dem Schicksal ergibt. Für Marlene Dietrich ist es ihre erste Hauptrolle. Mit fließenden Kamerabewegungen und Schnitten führt der Regisseur den Zuschauer durch die aufwendigen Kulissen.
Kurt Bernhardt wurde 1899 in Worms geboren und fing nach seinem Kriegsdienst zunächst eine Karriere als Schauspieler an. 1924 begann er seine Regiekarriere mit dem Antikriegsfilm "Namenlose Helden". Es folgten weitere Filme, wie "Qualen der Nacht", "Die Frau, nach der man sich sehnt" und 1929/30 sein erster Tonfilm "Die letzte Kompagnie".
Drei Jahre später musste er aufgrund seiner jüdischen Herkunft Deutschland verlassen, floh nach Frankreich und später nach England. In dieser Zeit entstanden unter anderem die Filme "The Beloved Vagabond" und "Carrefour". 1939 emigrierte Bernhardt schließlich in die USA, um dort für Warner Bothers unter Vertrag zu gehen. Er änderte seinen Namen in Curtis, wurde 1946 amerikanischer Staatsbürger und war dort sehr erfolgreich ("Der Dollerregen", "Beau Brummell", "Anklage: Mord"). Dennoch orientierte sich Bernhardt in den 50er Jahren wieder vermehrt Richtung Europa und drehte in Rom den Spielfilm "Damon and Pythias". Wohnhaft blieb er hingegen in den USA und verstarb dort 1981 in Kalifornien.
Pascal Schumachers Neukomposition entstand als Auftragswerk der Philharmonie Luxembourg mit der Unterstützung des Kulturministeriums. Erweitert für eine große Orchesterbesetzung, zeichnet sie sich durch ihren Facettenreichtum aus. Als Vibraphonist bringt Schumacher mit zahlreichen Solopassagen eine ungewöhnliche Klangfarbe in die Partitur, die sich jenseits konventioneller Stummfilmmusik bewegt. Neben jazzigen Passagen, die in spannender Korrespondenz zu den Klängen des Vibraphons stehen, weist Schumachers Partitur auch minimalistische Klangansätze auf.
Mit seiner stilistischen Vielfalt gelingt es Schumacher, die zahlreichen Zwischentöne und Ambivalenzen des Films auf filigrane Weise auszuleuchten. Eingespielt wurde die Musik vom WDR Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Christian Schumann.
Ein Sommer mit Frau Dietrich
Der Vibraphonist Pascal Schumacher komponierte im Auftrag der Philharmonie Luxembourg die Musik für den Stummfilm „Die Frau, nach der man sich sehnt“ mit Marlene Dietrich in einer der Hauptrollen.
Kurz nach den Aufnahmen mit dem WDR Rundfunkorchester erzählt der Luxemburger, wie er das Mammutprojekt anging.
Das ARTE-Kulturmagazin "Metropolis" zeigt am Samstag, den 28. 4. 2012 um 17.30 Uhr, einen Beitrag über das letzte, ausführliche Interview, das Louis Bozon mit Marlene Dietrich geführt hat.






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