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26.05.06 UM 23.10 UHR : DENKEN ERLAUBT ! - 09/05/06

Pedro Almodóvar

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Pedro Almodóvar wurde am 24. September 1949 in Calzada de Calatrava (Provinz Ciudad Real, Verwaltungsbezirk von Almagro und Erzbistum von Toledo, Spanien) geboren, zur Zeit des Kalten Krieges, des Mambos, der Big Bands, Balenciagas, des Korreakriegs, des Ungarnaufstands, des Todes Stalins. In seinem Heimatdorf ist davon nichts zu merken. Er kann mit dem Leben auf dem Land nichts anfangen. Während seiner Schulzeit in einer Klosterschule mit einer entprechenden religiösen Erziehung begann er süchtig nach Kinofilmen zu werden. Irgendwann hält er es in der spanischen Provinz nicht mehr aus und packt mit siebzehn seine Koffer und zieht nach Madrid.
Da ein konventionelles Filmstudium ohnehin nicht möglich war, die Filmhochschule ist von Diktator Franco geschlossen worden, bestreitet er sein Leben durch Gelegenheitsjobs und träumt von seiner eigenen Filmkamera und eigenen Filmprojekten. Diese Träum rücken in greifbarere Nähe, als er die Aufnahmeprüfung der spanischen Telefongesellschaft Telefonica besteht und dort zwölf Jahre lang in der Verwaltung arbeitet. Neben dem Gelderwerb kann er ausführlich das Leben seiner Kollegen studieren, der spanischen Mittelschicht mit all ihren Problemen, Freuden und kleinen Dramen.

Trotz seiner 'offiziellen' Arbeit bleibt noch genug Zeit für eine Vielzahl von anderen Tätigkeiten. Ende der sechziger Jahre schreibt er Geschichten für Comic-strips und ist Mitarbeiter verschiedener Underground-Zeitschriften wie Star, Vibora, Vibraciones. In den Siebzigern wird er Mitglied der freien Theatergruppe «Los Galiardos» und beginnt auf Super 8 zu drehen - seine Trainingsphase als Filmemacher. Er schreibt weiterhin Geschichten, die in verschiedenen Anthologien veröffentlicht werden («El sueno de la razón). Seit seinem ersten Kinofilm («Pepi, Luci, Bom y otras chicas del montón» 1980) steht die Maschine nicht mehr still: acht Schallplatten, Auftritte mit seiner (parodistischen) Rock Band «Almodóvar & MacNamara», einige Photo-Pornoromane, Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften (EI País, Diario 16, Luna). Er schafft die Figur der Patty Diphusa, die seine Fans mit Anita Loos' „Loreley” vergleichen.

Mit «¿ Que he hecho yo para merecer esto ?» („Womit habe ich das verdient ?”, 1984/85) erregt er bereits die Aufmerksamkeit der Fachwelt außerhalb Spaniens. Mit «Matador» und «La Ley del Deseo» („Das Gesetz der Begierde”) gelingt ihm der internationale Durchbruch. In aller Welt feiert man ihn mit Retrospektiven seiner Filme, mancher Kritiker vergleicht ihn gar mit Billy Wilder oder Luis Bunuel.
1987, kommt «Mujeres al borde de un ataque de nervios» („Frauen am Rande eines Nervenzusammenbruchs”) in die Kinos. Der Film schlägt ein wie eine Bombe, gewinnt über 50 Preise auf internationalen Festivals (u.a. den New York Film Critics' Award, den National Film Award, den Goya und den David di Donatello-Preis, den Orson Welles-Preis für den besten fremdsprachigen Autor), wird für den Oscar nominiert und katapultiert Almodóvar an die Spitze des Box Office. Noch im darauffolgenden Jahr reist er mit diesem Film um die Welt, bis er, des Rummels überdrüssig, nach Madrid zurückkehrt und dort seinen nächsten Film in Angriff nimmt: «¡ Atame !» („Fessle mich”, 1989), der in Spanien zum neuen Publikumshit wird und wieder zahlreiche Preise inner- und außerhalb des Landes gewinnt. In den USA wird der Film von der MPAA (Motion Picture Association of America) mit der Einstufung in die Pornokategorie „X” stigmatisiert - ein Skandal, der weltweites Aufsehen erregt und Almodóvar die Sympathien vieler anderer betroffener Filmemacher einbringt. Für Almodóvar und seinen amerikanischen Verleiher Miramax beginnt damit ein aufreibender Kampf gegen die inquisitorischen Methoden der erzkonservativen MPAA, der schließlich dazu führt, daß die Kategorie NC17 eingeführt wird, für künstlerisch-freizügige Filme, die vorher zu Unrecht in die Kategorie „X” fielen. Gegen Ende 1990 ist das Drehbuch zu Almodóvars neuntem Film ,«Tacones Lejanos» („High Heels”) fertig und es erscheint eine überaus erfolgreiche Sammlung seiner Texte unter dem Titel «Patty Diphusa y otros textos», die inzwischen in viele Sprachen übersetzt wurde.

Nach der melodramatischen Intensität von „High Heels”, gibt Pedro seiner Filmkarriere eine überraschende Wendung mit einem selbst für seine Verhältnisse schwer einzuschätzendem Film „Kika” (1993). Dem Publikum gefällts und die Kritiker sind verwirrt. Die nächsten Filme werden ruhiger und stellen die Texte und die Schauspieler in den Vordergrund.

1999, wird zu einem fundamentalen Jahr in seiner Laufbahn und zum perfekten Epilog für diese Chronik. „Alles über meine Mutter” wird zu einem Erfolg des spanischen Kinos, wie es ihn nie zuvor gegeben hat, nicht nur bei Zuschauerzahlen sondern auch auch in der Menge an nationalen und internationalen Filmpreisen, einschliesslich des lang erwarteten Oscars für den besten ausländischen Film.
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Denken erlaubt!
Pedro Almodovar
Freitag, den 26.Mai 2006 um 23.10 Uhr
Heute zu Gast: Pedro Almodovar
Moderation: Laure Adler
Dokumentation, Frankreich 2004, ARTE F, Erstausstrahlung
58 Min.
Wiederholung: 17.Dezember 2004
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Erstellt: 09-05-06
Letzte Änderung: 09-05-06