1. Rang
James Sallis: Driver
Aus dem Englischen von Jürgen BürgerLiebeskind, geb., 160 S., 16,90 €
Phoenix / Los Angeles: Driver ist Stuntman, immer beobachtend, immer in Bewegung. Bei Überfällen fährt er auch, sonst nichts. Bis Amateure dazwischenfunken. Da nimmt Driver den aufgezwungenen Kampf an. Bis zum Ende. Minimalistisch gehämmerter Abgesang auf den amerikanischen Helden, meisterhaft. Große Entdeckung.
2. Rang
Matti Rönkä: Der Grenzgänger
Aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-VasaraGrafit, geb., 224 S. 17,90 €
Helsinki/Tallinn/Sortavala: Viktor Kärppä ist Russe in Finnland. Sein Beruf: Grenzgänger – zwischen den Nachbarländern, zwischen Gesetz und Geschäft, zwischen Familienverpflichtung und Freundschaftsdienst. Frische Luft aus Finnland: Ein klassischer Privatdetektiv in zeitgenössischem Schlamassel.
3. Rang
Fred Vargas: Die dritte JungfrauAus dem Französischen von Julia Schoch
Aufbau, geb., 480 S., 19,95 €
Paris/Normandie: Alles zwiefach. Kommissar Adamsberg erwächst ein Rivale. Die Gerichtsmedizinerin jagt Verbrecher mit gespaltener Persönlichkeit. Realität und Magie – was zählt mehr? Jungfrauen, Hirsche, winzige Knochen, ein Lebenselixier – daraus hat Fred Vargas ihren bisher tollsten, straffsten Roman gesponnen.
4. Rang
Peter Temple: Kalter AugustAus dem Englischen von Hans M. Herzog
C. Bertelsmann, geb., 444 S., 19,95 €
Port Monro, Victoria: Joe Cashin ist zermürbt. Vom Morddezernat beurlaubt, macht er Revierdienst in seinem Geburtsort. Ein alter Philanthrop wird zu Tode gequält, der Verdacht fällt auf drei Aborigine-Jungen. Cashin wühlt. Ein Winter-Noir. Temple kommt spät, aber ungeheuer: eine neue, überragende Stimme aus Australien.
5. Rang
Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli SteinbeckPiper, TB, 348 S., 12,00 €
Stuttgart/Mauritius/Hawaii/Athen: Spezialermittlerin Lilli Steinbeck und der ultrafette, Kugeln abweisende Detektiv Kallimachos taumeln durchs große Spiel der Gangster/Götter. Entführer und Entführte, Schnell und Langsam, Schein und Mythos – darum geht es Steinfest dieses Mal, oder auch um die tolle weltweite Jagd.
6. Rang
Astrid Paprotta: FeuertodPiper, TB, 320 S., 12,00 €
Frankfurt am Main: Es ist die Geschichte vom Phönix, der aus der Asche neu ersteht, meisterhaft erzählt. Nichts geht zusammen, in jedem Satz knirscht der Zweifel, tastet das Mißtrauen, schwelt die Angst vor dem Feuer. Arme Leute müssen brennen, eine reiche Liberale brennt zuerst. Noch nie war die Paprotta so gut.
7. Rang
Massimo Carlotto: Arrivederci amore, ciaoAus dem Italienischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Tropen, geb., 186 S., 18,80 €
Mittelamerika, Norditalien: „Man bräuchte ein reines Herz/ dass man in diesem Schlamm den klaren Himmel sehen könnte“. Als dieser Schlager erklingt, hat es Giorgio Pellegrini geschafft. Der Ex-Terrorist ist rehabilitiert und dort angekommen, wohin man nur mit Mord, Verrat und Frauenhass gelangt: in den italienischen Mittelstand.
8. Rang
John Harvey: Schrei nicht so lautAus dem Englischen von Sophie Kreutzfeldt
dtv, TB, 448 S., 9,90 €
Nottingham/ Huddersfield/ Whitby: Das Verschwinden von Susan Blacklock vor 14 Jahren lässt Ex-Inspektor Frank Elder nicht in Ruhe. Als ein Verdächtiger von damals aus dem Knast entlassen wird, wacht der Hass wieder auf in Mittel-England. Erster Band von Harveys Elder-Trilogie, realitätsnah fein gegen die Genre-Erwartungen erzählt.
9. Rang
Ian Rankin: Im Namen der TotenAus dem Englischen von Juliane Gräbener-Müller
Manhattan, geb., 592 S., 19,95 €
Edinburgh/Gleneagles: Die Herren der Welt dinieren und parlieren. G8-Gipfel 2005: Rebus’ Stadt im Belagerungszustand. Zwei Politiker sterben, drei Vergewaltiger auch. Anständige Polizeiarbeit ist unmöglich. Rebus in Hochform: Im Kampf gegen Unterwelt und Oberwelt.
10. Rang
Andrea Maria Schenkel: KalteisEdition Nautilus, TB, 160 S., 12,90 €
München 1931-1939: Josef Kalteis fährt Rad, schaut ins Land und nach den Weibern. Schenkel erzählt von den fünf jungen Frauen, die er umbrachte, von ihren Träumen und Hoffnungen, von Mord und Zerstückelung. „Kalteis“ folgt auf „Tannöd“: ebenso gut, genau, erschütternd.
ÜBER JURY UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG DER KRIMIWELT-BESTENLISTE
Die Jury der KrimiWelt-Bestenliste besteht aus 17 Kritikerinnen und Kritikern, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Kriminalliteratur berichten. Einmal im Monat benennt jedes Mitglied vier aktuelle Kriminalromane, denen es viele Leser wünscht und bewertet sie mit 7, 5, 3 oder 1 Punkten. Neben der Gesamtpunktzahl pro Titel wird berücksichtigt, wieviele Kritiker in einer Abstimmungsrunde für dasselbe Buch votiert haben. Jeder Kritiker darf insgesamt drei mal für ein von ihm favorisiertes Buch stimmen. Voten für Bücher, an deren Produktion oder kommerzieller Verbreitung der Kritiker beteiligt ist, sind ausges chlossen. Zwischen Kriminalromanen in der Originalsprache Deutsch und Übersetzungen wird kein Unterschied gemacht.
Die gleichen Bewertungskriterien gelten für die Jahresbestenliste.
Die kommentierte KrimiWelt-Bestenliste 2007 als pdf finden Sie hier!







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