Woche vom 18. zum 25. April 2011
Nach der Plagiatsaffäre rund um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Gutenberg könnte es nun bald erneut zu einem akademischen Skandal in Deutschland kommen: Laut der Seite „VroniPlag Wiki“ hat die Abgeordnete und FDP-Spitzenpolitikerin Silvana Koch-Mehrin zahlreiche Passagen ihrer Dissertation auf den Seiten 56 bis 201 abgeschrieben. Ein Skandal, der sich auf die gesamte EU ausweiten könnte: Koch-Mehrin ist Vizepräsidentin des Europaparlaments.
Arnold Schwarzenegger hat gerade erst seinen Posten als Gouverneur von Kalifornien aufgegeben (wo er nach acht Amtsjahren eine zwiespältige Bilanz aufzuweisen hat). Aber von in Rente gehen will der „Last Action Hero“ nichts wissen. Abgesehen von einem Comeback als Schauspieler (diesmal in Fernsehserien) möchte er am liebsten auch Herman van Rompuy an der Spitze des Europäischen Rates beerben. Seiner Meinung nach „wird sich die EU einen gewichtigeren Präsidenten zulegen müssen“. Warum also nicht gleich einen Terminator? „Und Mister Europa war Schwarzenegger ja schon einmal vor 45 Jahren“, fügt jdd.fr ironisch hinzu.
Aber dies ist nicht die einzige Nachricht, die Schlimmes für die Zukunft der Europäischen Union verheißt: Laut einer Studie ist die Schulausbildung junger Europäer immer mittelmäßiger; knapp 20% von ihnen können mittlerweile so gut wie gar nicht mehr lesen oder schreiben. Am beunruhigendsten ist allerdings wohl die Reaktion der zuständigen Kommissarin Androulla Vassiliou: Sie und ihr Team wissen „nicht wirklich, woher diese Verschlechterung kommt“.
Wenigstens gibt es eine gute Nachricht, die diese Woche aus Großbritannien kommt: Dutzende von Tierarten sind in Europa vom Aussterben bedroht. Doch nun könnte es eine Lösung geben: Die Nordbritischen Inseln sind wie geschaffen, um zu einer neuen „Arche Noah“ für Tiere wie den iberischen Luchs oder den spanischen Kaiseradler zu werden. Ein solches Projekt haben recht seriöse Wissenschaftler diese Woche tatsächlich vorgestellt.
Rabindranath Tagore ist sicherlich einer der wichtigsten Schriftsteller der indischen Literaturgeschichte. Doch machen wir uns nichts vor: Selbst unter Bücherwürmern ist dieser Herr nicht gerade bekannt. Und auch in Indien ist er vielen im wahrsten Sinne des Wortes ein unbeschriebenes Blatt. Das Magazin Guernica wollte diesem Unwissen nun ein Ende setzten und präsentiert uns ein beeindruckendes Porträt des „Tolstoi von Bengalen“.
Zum Schluss dann noch exakt 11 Minuten mit dem New Media Forscher Evgeny Morozov, der über das Internet spricht. Seiner (fundierten) Meinung nach ist das WWW ein Medium. Nicht mehr, nicht weniger. Und in seinem faszinierenden Vortrag kommt dann auch gleich alles vor, was man heute gerne im Web sieht: Datenvisualisierung, Animationen und süße kleine Kätzchen.







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