Die bunten, bis zu den Knöcheln hoch geschnürten Schuhe aus Nubukleder sorgen im April 1970 für manche Aufregung. Schluss mit den strengen Schuhen der Väter. Die lässigen Kickersschuhe passen perfekt zu einer Jugend, die es eher locker und salopp liebt. Nach den politisch bewegten Zeiten der 68er geht es jetzt auch der Mode an den Kragen: Bunte Motive, natürliche Materialien und Komfort stehen hoch im Kurs. Der Chef des ziemlich angeschlagenen französischen Kinderschuhfabrikanten Daniel Raufast surft genau im richtigen Moment auf dieser Welle. Gemeinsam mit seinem Schuh-Stylisten Jacques Chevallereau bildet Daniel Raufast ein regelrechtes Marketing-Kommando. Sie erfinden einen Schuh, der sich stark abhebt und sich dabei weitesgehend am Jeans-Look orientiert: Sie statten ihn mit weichem Leder und Krepp aus, mit deutlich sichtbaren Nähten, geprägten Ösen und einem am Schaft angesteppten Etikett. Auch an einem englisch anmutenden Namen sollte es nicht fehlen : «to kick» bedeutet hier so viel wie allen Konventionen einen Tritt versetzen. Und so waren die Kickers geboren. Eine kleine gestanzte Lederblume weist auf die Abwaschbarkeit der Kickers mit Wasser und Seife hin. Und eine letzte Besonderheit: Kickers werden nicht im Schuhkarton, sondern in einem Plastiksack verkauft. So stechen sie auch unter tausenden von anderen Schuhen am Verkaufsständer hervor. Kickers gibt es in 16 verschiedenen Farben und in den Größen 21 bis 47. Getragen werden sie von groß und klein beiden Geschlechts. Raufasts Strategie trägt erste Früchte. In Frankreich und bald auch bei uns in Deutschland schlagen die Schuhe ein wie eine Bombe. Die anderen europäischen Länder ziehen schnell nach. Seit fast 40 Jahren entwickelt Kickers immerzu neue Modelle, aber ihr Vorzeigeschuh ist noch immer das Original aus den 70ern. Für die Wintersaison 2008/09 wurde dieses übrigens neu aufgelegt.Cynthia Laboureau
Link:Die offizielle Website von Kickers






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