Veranstalten Sie beispielsweise mit Ihren Freunden ein enormes Happening, auf dem Sie das (die) von Ihnen wegen ihrer Praktiken kritisierten Unternehmen lächerlich machen. Das Ganze natürlich vor laufender Kamera!
- Ihnen wirklichkeitsnähere Werbekampagnen anbieten …
Zerstören Sie das idealisierte Image, das Unternehmen gern von sich verbreiten, nach Art der
Adbusters bzw. der
Casseurs de Pub (Reklamezerstörer). Ein Kinderspiel!
- Ihr Image im Internet korrigieren …
Richten Sie eine Website ein, deren Adresse der Ihrer Zielgruppe ähnelt. Imitieren Sie deren Stil und Inhalt, aber decken Sie die eigentlichen Machenschaften der Verspotteten auf. Wählen Sie der Effizienz halber eine Zielgruppe aus, die Ihnen und Gleichgesinnten besonders schadet. Beziehen Sie die Website in ein - von Ihnen frei erfundenes - örtliches Event ein, von dem Sie annehmen, dass die Medien darüber berichten werden. So erreichen Sie eine größere Öffentlichkeit!
Finden Sie auf
Twitter die Hashtags einer Ihnen besonders interessant erscheinenden Konferenz und beginnen Sie zu twittern. Belohnen Sie die relevantesten, komischsten und aufschlussreichsten Gespräche.
- Uneingeladen auf mondänen Partys erscheinen …
Manchmal wird vergessen, das Mikrofon auszuschalten: Dann können Sie sich seiner ungehindert bemächtigen - vorausgesetzt, Sie sind passend angezogen! Auf einem Empfang der Heritage Foundation, einer der einflussreichsten konservativen Denkfabriken der USA, stiegen die Yes Men aufs Podium und brachten einen
Toast aus. Statt sich für die Wiederwahl von George Bush einzusetzen, unterstützten sie wortreich die Kandidatur von Edwin Meese, dem ehemaligen US-Justizminister unter Reagan.
- „Sonderausgaben“ verteilen …
Eine gefälschte Zeitung zu drucken, ist leichter als man denkt. Das haben die Yes Men schon mehrfach bewiesen, und die Presse interessierte sich immer dafür. Hier ein
Videobeispiel – und die
Pdf-Fassung – der gefälschten New York Times, die am 12. November 2008 in 1,2 Mio. Exemplaren in den Straßen von New York, Chicago, Philadelphia, San Francisco und Los Angeles verteilt wurde.
Kaufen Sie online ein Total-T-Shirt, begeben Sie sich zur nächstgelegenen Tankstelle und sprechen Sie die Leute an, die zum Tanken anhalten. Sagen Sie beispielsweise: „Das Geld, das Sie heute ausgeben, wird uns helfen, die Inuit in Alaska zu besiegen und die bösen Polarbären im Hohen Norden auszurotten. Danke!“
Oder geben Sie sich als Verkaufsberater in einem Supermarkt aus und zeigen Sie dem Kunden leicht schockierende Produkte.
Viele Gymnasien und Universitäten organisieren Sonderveranstaltungen, auf denen Industrie und Armee Stände zur Gewinnung von Jugendlichen aufbauen. Das ist ein idealer Moment, um Ihr gesellschaftskritisches Konzept zu verbreiten: Ziehen Sie einen nagelneuen Anzug oder eine schmucke Uniform an und kommen Sie mit den jungen Leuten ins Gespräch. Erläutern Sie ihnen, was für wunderbare Aussichten es für sie gibt: Erdverschmutzung und Massaker an der Zivilbevölkerung. Vielleicht sind sie dann weniger begeistert, was ihre zukünftige Laufbahn betrifft.
Geben Sie sich für einen anderen aus und unterhalten Sie sich mit einer sehr bekannten Zielgruppe. Bringen Sie diese dazu, Dinge zu sagen, über die sie sich nie vor laufender Kamera äußern würde.
Besuchen Sie einen Kongress und kommen Sie mit den anderen Gästen ins Gespräch, als gehörten Sie ganz normal dazu. Zeichnen Sie die komischsten und die aufschlussreichsten Unterhaltungen auf. (Machen Sie höflichkeitshalber das Gesicht Ihres Gesprächspartners unkenntlich, denn Ihre eigentliche Zielscheibe ist nicht die Person, sondern das Ereignis!)
- Auf Messen Workshops veranstalten …
Der britische Komiker und Aktivist
Mark Thomas gab sich auf einer Waffenmesse als PR-Fachmann aus und bot an, das Image der Länder und Unternehmen zu verbessern, die die Menschenrechte verletzten. Während viele hochrangige Persönlichkeiten vor seinem Stand stehenblieben, zeichnete Mark Thomas die Diskussionen auf. Er moderierte einen gefälschten Workshop unter dem Thema „
Den Krieg der Worte gewinnen“. Darin brachte er einen indonesischen General zu dem Geständnis, dass er Foltermethoden eingesetzt habe (was der General unter anderen Umständen nicht zugegeben hätte).
- Ein innovatives Produkt präsentieren …
Messen sind die ideale Gelegenheit zur Einführung fieser Produkte, die man in der Wirklichkeit nicht haben will, z.B. das Gewehr „Sniper ID“. Einige dänische Störenfriede unter dem Namen Empire North erfanden ein Gewehr, das GPS-Wanzen auf Demonstranten abschießen sollte, um der Polizei die Überwachung zu erleichtern. Die Dänen stellten es auf einer Waffenmesse in China vor, und die Presse nutzte die Gelegenheit, um die Freiheiten und die Achtung vor dem Privatleben zu verteidigen. Das einzige Problem war, dass unsere Aktivisten auch Kunden fanden …!
- Ein missliebiges Ereignis unterstützen …
Beteiligen Sie sich an einem Ereignis, das Ihrer Überzeugung widerspricht, und unterstützen Sie es überschwenglich und fantasievoll. Ja, man kann durchaus etwas kritisieren, wenn man dabei übertriebene Begeisterung an den Tag legt. Reine Übungssache!
Quelle :
challenge.theyesmen.org