Das tägliche Überleben zwingt einen dazu, Neues auszublenden, die Welt auf das unmittelbar Nützliche zu reduzieren und die Wachsamkeit zugunsten der Reflexe und der Vorurteile zu reduzieren.
Schließen wir die Augen aus Angst oder Faulheit? Wie sich aus der lähmenden Gewohnheit befreien?
Eine Antwort liefert die Philosophie, das heißt: sich eingestehen, was man weiß, aber nicht wahrhaben will, und sehen, was vor einem liegt, man generell aber nicht sehen will.
Philosophie im Alltag bedeutet, Verdrängungs-mechanismen auszuschalten, Klischees abzustreifen und jeden Augenblick mit voller Intensität zu erleben.
Die Philosophie erfüllt weder Sinn noch Zweck, aber sie hilft dabei, die Wirklichkeit von den sie verdeckenden Allgemeinplätzen zu befreien.
Die Sendung hinterfragt Begriffe wie Macht, Verantwortung, Vermischung, Körper oder Melancholie anhand vertrauter (teils berühmter, teils dem aktuellen Zusammenhang entnommener) Bilder.
Nicht das Denken verleiht dem Leben Sinn, sondern umgekehrt: das Leben liefert die Denkanstöße.
Da eigentlich alles schon früher von Philosophen überdacht, beschrieben und analysiert wurde, erhebt „Philosophie“ weniger einen Lehranspruch als den, den Zuschauer dazu zu bewegen, sich anhand großer philosophischer Texte mit der erforderlichen Offenheit den Fragen zu stellen, die ihn unbewusst schon lange umtreiben.
„Philosophie“ bleibt nicht an der Oberfläche, versucht nicht, Schwierigkeiten zu umschiffen. Es geht darum, komplexe Zusammenhänge durch Umformulieren auf Augenhöhe zu bringen. An die Stelle von Gewissheiten soll der Dialog treten, und erst der Zweifel ermöglicht eine Erörterung der „Sinnfrage“.
Und weil die Philosophie nie zur Ruhe kommt, bleiben auch wir beim Philosophieren in Bewegung.





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