Samstag 20. März 2010 um 18.15 Uhr - 22/03/10
Kuba: Warten auf die Wende
Von Bertrand Coq und Guillaume Martin - ARTE GEIE - Keep Shooting - France 2010
Jeden Tag rutscht die Wirtschaft auf Kuba ein Stückchen tiefer in die Miesen und mit ihr auch die Hoffnung der Menschen auf die Reformen, die Raul Castro, Fidels Bruder, so vollmundig angekündigt hat.
Die Kubaner sind es müde: müde, den täglichen Mangel zu ertragen, das Fehlen von Wohnungen, das ewige Sichdurchwursteln mit vielen kleinen Jobs, um das Leben halbwegs zu finanzieren. Fast mehr als die Freiheit fehlt ihnen das tägliche Brot, um satt zu werden.
Bis heute importiert Kuba mehr als 80 Prozent der dort konsumierten Nahrungsmittel.
Das ist teuer, denn es kostet die begehrten Devisen – deshalb will die Regierung die Landwirtschaft wieder für den landeseigenen Bedarf reanimieren. Allerdings wollen sie keine Staatskolchosen mehr gründen, denn dieses Modell aus alten sozialistischen Zeiten hat ausgedient: zu groß, zu unflexibel, zu unwirtschaftlich.
Die Regierung ermutigt stattdessen die Privatinitiative und bietet Bauern tausende Hektar Brachland zur Kultivierung. In der Hauptstadt wird ein Teil der kleinen staatlichen Läden privatisiert. Im Gegenzug wollen sie die Arbeiterkantinen und die Lebensmittelkarten abschaffen – beides diente dazu, den Mangel im staatsozialistischen System auszugleichen. Dafür hat das Land im Konkurs kein Geld mehr.
Unsere Reporter haben Kubaner getroffen, die mutig und offen mit ihnen redeten: Über ihren Überdruss, ihre Desillusionierung – aber auch über ihren Hoffnung, dass sich ihr Land eines Tages öffnen wird, nach außen ebenso wie im Innern.
ARTE Reportage
Samstag 27. März 2010 um 06.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 42mn)
ARTE
Erstellt: 17-03-10
Letzte Änderung: 22-03-10