Christof Wanner für ARTE Journal: Welche Ziele verfolgt Femen?
Anja Gutzol: „Wir sind eine Frauenbewegung. Junge Ukrainerinnen engagieren sich politisch, setzten sich für Demokratie ein. Wir wollen eine Partei gründen und uns international vernetzen.“
Wie wird Femen finanziert?
Anja Gutzol: „Es gibt zwei Geldquellen. Wir bekommen von Geschäftsleuten Spenden. Und wir haben ein Geschäft aufgemacht: Merchandising. Wir verkaufen Femen-T-Shirts, Taschen, Tassen. Das darf man nicht unterschätzen. Das bringt ganz gut Geld.“
Was und wen kritisiert Femen?
Anja Gutzol: „ Wir wollen nicht, dass die demokratischen Errungenschaften der Vorgängerregierung vollständig kassiert werden. Wir beobachten eine starke Tendenz hin zum Totalitarismus. Die ukrainische Opposition wird bereits verfolgt. Einige Oppositionsanhänger sind bereits in U-Haft. Wir lassen uns das nicht gefallen und gehen auf die Straße.“
Warum machen Sie so grelle Aktionen. Halbnackt?
Anja Gutzol: „Wenn wir oben ohne auftreten, schauen die Menschen hin und hören zu. Nur so erreichen wir unsere politikmüden Mitbürger. Wenn wir uns dezenter verhalten würden, gäbe es auf unsere Aktionen überhaupt keine Resonanz.“
Wer macht Ihnen Schwierigkeiten?
Anja Gutzol: Die Staatsmacht zeigt für unseren Protest wenig Verständnis. Anfangs hat sie nur mit dem Kopf geschüttelt, dann hat sie Geheimdienstmitarbeiter vorbei geschickt, um uns einzuschüchtern. Die Polizei nimmt uns während unserer Aktionen fest, wenn wir nicht schnell genug wieder weg sind. Wir spüren, dass unsere Freiheit beschnitten wird.“
Warum machen Sie dennoch weiter?
Anja Gutzol: „Wir können nicht anders. Wir haben vor drei Jahren mit unseren Aktionen begonnen - mit dem Ergebnis, dass man uns tatsächlich zuhört. Wir sind keine schwachen Frauen, wir haben etwaswas zu sagen.“







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