ARTE Journal - 15. April 2010 - 16/04/10
Prügel, Zwangsarbeit, sexuelle und psychische Gewalt
Während die Kirche noch mit sich selber ringt, wenn es darum geht, die Missbrauchsfälle an einem Runden Tisch - auch unter Teilnahme von Opfern - zu besprechen, ist man im Falle von missbrauchten oder misshandelten ehemaligen Heimkindern einen Schritt weiter. Zumindest äusserlich. Denn immerhin gab es zur Aufarbeitung dieser Fälle bereits sechs "Runde-Tisch-Treffen". Doch die Opfer und deren Vertreter sind mit den bisherigen Ergebnissen alles andere als zufrieden. In Berlin sind am Nachmittag hunderte ehemalige Heimkinder für ihre Belange auf die Strasse gegangen. Unser Reporter Kolja Kandziora hat eine Demonstrantin begleitet.
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Prügel, Zwangsarbeit, sexuelle und psychische Gewalt. Den Teilnehmern der Demonstration in Berlin ist das alles nicht fremd. 250 ehemalige Heimkinder gingen heute in Berlin auf die Strasse, um an ihr Schicksal zu erinnern und politische Forderungen zu stellen. Eine davon: Entschädigungszahlungen für erlittenes Unrecht.
Etwa 800.000 Kinder lebten in den 50er und den 60er Jahren in Erziehungseinrichtungen. Wie viele von ihnen misshandelt wurden, ist nicht bekannt. Erika Tkosz hat insgesamt 8 Jahre in kirchlichen Heimen verbracht, zunächst als kleines Kind und später dann als Jugendliche. Sie erinnert sich an Schläge, Essen mit Redeverbot, Zwangsarbeit ohne Toilettenpause - und das 7 Tage die Woche.
Ihre so genannten Erzieher waren evangelische Diakonissinnen. Für Erika Tkosz war die Zeit im Heim eine traumatische Erfahrung, später hat sie deswegen eine Psychotherapie gemacht.
Die Reportage
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Erstellt: 15-04-10
Letzte Änderung: 16-04-10