In ihrem Blick steht zu lesen, dass sie dem Tod begegnet sind. Sie heißen Abdul Daian, Naschir Achmed oder Tahir Mohamed. Sie sind Afghanen und haben einen Vater, Bruder oder Sohn verloren beim Bombenangriff in Kundus. Die Porträts der Hinterbliebenen zeigen den Schmerz, die Erschütterung, das Nicht-Begreifen. Sie stammen von Marcel Mettelsiefen. Drei Monate hat er vor Ort verbracht. Fotos, Texte, und Videos geben den Toten von Kundus Namen und Gesicht. Die genaue Zahl der Opfer steht nicht fest. Die Angehörigen von 91 Toten hat Mettelsiefen ausfindig gemacht. Ihm geht es um das Aufzeigen der Wahrheit, nicht um Schuldzuweisungen.
Die Ausstellung macht fühlbar, was Untersuchungskommissionen und Presse-Erklärungen nicht zeigen können: die Tragik des Konflikts, Leid und Trauer.
Marcel Mettelsiefen fliegt bald wieder nach Kundus, zu einer Reportage über Rosenpflanzungen. Seine Porträts nimmt er mit, in der Hoffnung, sie noch in diesem Jahr in Afghanistan ausstellen zu können.
Ausstellung
"Kunduz, 4 September 2009"24. April bis 13. Juni 2010
Kunstraum Potsdam







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