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Arabische Welt in Aufruhr

Ab Montag, den 21. März 2011 stellt ARTE Journal täglich um 19.00 Uhr in einer neuen Rubrik „Generation Revolution“ die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt.

Arabische Welt in Aufruhr

29. Juli 2011 - 29/07/11

Generation Revolution

Sie sind Studenten, Kaufleute, Lehrer, Hausfrauen oder auch Ärzte… Sie leben in Libyen, Tunesien, Ägypten, in Marokko, Algerien, in Bahrain oder im Jemen – in Ländern, in denen der Wind der Veränderung weht oder der Hauch einer Revolution schon zu spüren ist.
ARTE bleibt diesen Ländern und den Menschen dort treu und begleitet sie langfristig in ihrem Alltag. Diese Männer und Frauen sind Zeitzeugen. Wir lassen sie zu Wort kommen: Mit all ihren Ängsten und Gefahren, aber vor allem mit ihren Hoffnungen und Träumen. Sie filmen sich selbst, mit bescheidenen technischen Mitteln. Aber authentisch. Ein Tagebuch der Generation Revolution.

Marokko : Fouad Essalhi
Fouad ist das, was man einen „diplomierten Arbeitslosen" nennt. In Marokko kann eine solche Situation jahrelang andauern, manchmal ein ganzes Leben. Wie tausende anderer junger Marokkaner hat er mehrere Jahre an der staatlichen Universität studiert, bevor er völlig ratlos auf dem Arbeitsmarkt landete. Sein Abschluss in Soziologie hat ihm höchstens hin und wieder zu einem kleinen, befristeten und schlecht bezahlten Job verholfen - als Anstreicher, Maurer oder Textilarbeiter.
Mit 26 Jahren liegt er weiter seinen Eltern auf der Tasche. Er lebt mit seinen Eltern, seinem Bruder und seiner Schwester in einer behelfsmäßigen Unterkunft mitten in einem der vielen Elendsviertel von Sidi Moumen, einer der an meisten heruntergekommenen Gegenden in der Peripherie von Casablanca. Armut, Gewalt, mangelnde Hygiene: das ist die Kehrseite Marokkos. Und die Regierung hätte gern, dass sie hinter dem Schein wirtschaftlicher Entwicklung in Vergessenheit gerät.
Für Fouad verlaufen alle Tage ähnlich. Er schreibt ununterbrochen Bewerbungen, aber die meisten Arbeitgeber lesen sie nicht einmal. Sein größter Luxus ist es, mit seinen Freunden auf der Terrasse eines Cafes zu sitzen. Sie versuchen zu vergessen, wie die Zeit vergeht, und diskutieren über Politik: das kürzliche Referendum für eine neue Verfassung, die letzten Demonstrationen und die Forderungen der Bewegung des 20. Februars…




Erstellt: 25-07-11
Letzte Änderung: 29-07-11