Einen Siegeszug gen Westen hat das Ampelmännchen hingelegt – von kurios zu cool. Doch wer nie in der DDR gelebt hat, findet womöglich jeden Alltagsgegenstand der untergegangenen Republik merkwürdig. Dennoch: Einige Dinge sind kurioser als andere.
Erich Honeckers Flugzeug mit Whirlpool und Sauna, zum Beispiel – so soll die abgewrackte Iljuschin IL-18 nämlich einmal aussehen. Ein niederländischer Unternehmer will sie zum Hotel umbauen. Das hätte sich der ehemalige Staatsratsvorsitzende auf seinen Flügen wohl kaum träumen lassen.
Überhaupt, die Transportmittel. An Trabis hat sich der Westen der Republik längst gewöhnt – weniger jedoch an das, was wie ein Fahrrad mit Hilfsmotor aussieht. Dabei erleben DDR-Mopeds der Marken „Schwalbe“ oder „SR1“ seit einiger Zeit eine Renaissance – und wer sie auf der Straße nie gesehen hat, findet sie zum Beispiel im Technik- und Zweiradmuseum in Dargen auf Usedom.

DDR MuseumKarl-Liebknecht-Str. 1
direkt an der Spree,
gegenüber dem Berliner Dom
10178 Berlin

Überhaupt haben etliche Gegenstände aus der DDR den Weg ins Museum gefunden, und zwar überall im Osten. Das DDR Museum Berlin setzt ganz auf Interaktion: Wer noch nie in einer Plattenbauwohnung herumgestöbert hat, kann das hier nachholen. Zwanzig Minuten Fußmarsch entfernt liegt das Haus am Checkpoint Charlie, das Kuriositäten ganz anderer Art zeigt: Umgebaute Autos, ein Mini-U-Boot, selbstgebastelte Motordrachen – all das, womit verzweifelten DDR-Bürgern die Flucht über die Grenze gelang. Die Mittel, mit denen der Staat eben diese Bürger ausspionierte, gleichen weniger Kuriositäten als einem Gruselkabinett: Geruchsproben, aufbewahrt in Einmachgläsern, Knopfkameras und Schießkoffer – das Stasimuseum in der Normannenstraße war einst das gefürchtete Ministerium für Staatssicherheit.
Doch es gibt auch eine andere Art, sich diesem Kapitel der deutschen Vergangenheit zu nähern: Den DDR-Witz. Kostprobe? "Erich Honeckers Lieblingssport war Bobfahren. Warum? Links ´ne Mauer, rechts ´ne Mauer."
Anja Waltereit