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Was tun?

Zu Wort kommen fünf anerkannte, unabhängige, klarsichtige Spezialisten, die Besten der jeweiligen Themenkreise.

Was tun?

Was tun? - 07/04/11

Dennis L. Meadows

Wieder runterkommen!

Es ist zu spät für eine nachhaltige Entwicklung, weil unser Handeln nicht nachhaltig ist.
Aber es ist nicht zu spät, über Anpassungsstrategien nachzudenken, und Mechanismen, Institutionen und Kultur entsprechend einzusetzen, um die Krisen durchzustehen und zu bewältigen und das universale Bekenntnis zu den menschlichen Werten einzuhalten, wie etwa Freiheit, Gleichheit, Kunst, usw.

"Diejenigen von uns, die eine Umkehr wollen, müssen Möglichkeiten finden, Inseln der alternativen Entwicklung zu schaffen, die in einem Meer der Nicht-Nachhaltigkeit existieren können.
Was bedeutet das genau?
Nehmen wir zum Beispiel das Währungssystem.
Ursprünglich wurde das Geld als Zahlungsmittel von den Phöniziern erfunden, um den Handel zu fördern.
Danach entwickelten sich Mechanismen, die es möglich machten, Geld zu investieren. Man investierte in die Vorstellung, dass man dadurch in der Zukunft den Handel intensivieren kann.
Später ging es darum, den Besitzstand zu wahren und schließlich zu vermehren. Das meiste Geld in der Welt hat eine spekulative Funktion. Es ist ein Glücksspiel. Es geht den Leuten darum, ihr Geld kurzfristig zu vermehren.
Ich glaube nicht, dass unsere globalen Probleme mit dem jetzigen Währungssystem gelöst werden können. Aber wenn ich versuchen würde, das Währungssystem zu ändern, hätte ich die Banken und viele andere gegen mich, und sie würden gewinnen.
Aber ich könnte in meiner eigenen Gemeinde eine sogenannte lokale Währung schaffen, die parallel existiert, um den Handel zu erleichtern und dem Markt wieder produktive Ressourcen zuzuführen.Das ist ein Beispiel, wie man eine Insel der alternativen Entwicklung in einem Meer der Nicht-Nachhaltigkeit schafft. Das lokale Währungssystem ersetzt nicht das Finanzsystem. Es existiert zusätzlich. So dass man später, wenn das Finanzsystem zusammengebrochen ist, immer noch eine Alternative hat."

Dennis L. Meadows


>> Sehen Sie diesen Dokumentarfilm auf ARTE+7

AUSSCHNITT:


In dieser Dokumentation über den US-amerikanischen Ökonomen und Professor Dennis L. Meadows erläutert der Vater der Nachhaltigkeitsbewegung seine aktuelle Einschätzung zum Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum des kommenden Jahrhunderts.
Der Film geht besonders auf das von ihm neuerdings der Nachhaltigkeit gegenüber bevorzugte Konzept der Anpassungsfähigkeit ein, mit dem er "Inseln des nachhaltigen Verhaltens in einem Meer der Nicht-Nachhaltigkeit" bilden will.
Des Weiteren berichtet er von der Stärkung sich selbst organisierender Communities, in denen Menschen auf nachbarschaftlicher Ebene die Basis eines Überlebens im Angesicht großer Umwelt- und Wirtschaftsumstellungen üben und vorbereiten.

>>Die Grenzen des Wachstums : The Limits to growth, A Synopsis, The 30-years update 2004 (PDF)


LINKS

Was tun?
Mittwoch 21. August 2013 um 07.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2010, 11mn)
ARTE

Erstellt: 28-03-11
Letzte Änderung: 07-04-11