Die Zahl der Menschen, die in Europa an den Folgen einer Krebserkrankung sterben ist rückläufig. Geichzeitig sind die entdeckten Krebsfälle seit 1990 um etwa 30 Prozent gestiegen.
Die Ursachen für die vielen Krebsneuerkrankungen liegen vor allem in der demografischen Entwicklung. Zum einen werden wir – dank guter medizinischer Versorgung – immer älter, zum anderen werden diejenigen, die älter werden, immer mehr. Die geburtenstarken Jahrgänge kommen allmählich in die Jahre. Und im Alter wächst das Risiko, an einem Tumor zu erkranken. Beim männlichen Teil der Bevölkerung wirkt sich die Zahl der Neuerkrankungen auch deshalb besonders dramatisch aus, weil die Zahl der Männer die alt werden, erstmals steigt.
Darüber hinaus sorgen Früherkennung und verbesserte Screeningmethoden für eine erhöhte Aufdeckungsrate. Vorsorgeuntersuchungen gehören in den meisten Arztpraxen zum Alltag und werden von den Kassen gefördert. Früh genug erkannt, stehen bei einigen Krebsarten die Heilungschancen äußerst günstig. Nicht zuletzt können immer bessere Behandlungsmethoden und optimierte Therapiemöglickeiten das Leben mit Krebs um Jahre verlängern. Das ist ein großer Erfolg, an dem Chemotherapien einen erheblichen Anteil haben. Und dennoch: Für viele Menschen ist der Begriff „Chemotherapie“ zunächst ein Grund zum Fürchten. Obgleich längst nicht alle Krebspatienten Zytostatika erhalten, verbinden die meisten mit der Diagnose Krebs sofort die sogenannte „Chemo“.
Hoffnung durch ChemotherapieDie Chemotherapie hat die Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Viele Patienten, die früher als weitgehend unheilbar galten, können heute oft hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Auch als adjuvante oder ergänzende Therapie spielt die Chemotherapie eine wachsende Rolle. So sorgt die Behandlung im Anschluss an eine Operation oder Bestrahlung häufig für einen besseren Schutz vor Rückfällen. Neoadjuvant, also vor einem chirurgischen Eingriff, kann eine Chemotherapie manch großen Tumor überhaupt erst operabel machen.
Chemotherapie – was steht dahinter? Grundsätzlich ist der Begriff Chemotherapie eine zusammenfassende Bezeichnung für die Behandlung von bösartigen Tumorzellen mit Zytostatika. Diese können synthetischer oder natürlicher Herkunft sein. Der Name kommt aus dem Griechischen (zytos = Zelle, statikos = hemmen) und bezeichnet also Substanzen, die das Zellwachstum hemmen. Ein Zytostatikum ist - vereinfacht übersetzt – also ein „Zellstopper“.
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