20.15 Uhr - Der erste Tag

Keine Wiederholungen
(Österreich, 2008, 89mn)
Regie: Andreas Prochaska
Kamera: Thomas Benesch

Das erste Alarmsignal könnte noch eine Fehlmeldung sein. Doch bald verdichten sich die Hinweise: Ein tschechisches Kernkraftwerk nahe der österreichischen Grenze erlebt einen Störfall von bislang ungesehenem Ausmaß. Die österreichischen Krisenstäbe lösen Strahlenalarm aus …
Niederösterreich, Bezirk Horn, um genau 4.05 Uhr morgens: In einem tschechischen Kernkraftwerk wird ein Störfall der Alarmstufe rot registriert. Das Krisenkoordinationszentrum des österreichischen Bundesministeriums löst Strahlenalarm aus. Die Behörden reagieren professionell und sind doch mit einer Katastrophe konfrontiert, der man in keiner Übung gerecht werden kann. Es wird von der Wetterlage abhängen, wo die aufziehende Gewitterfront ihre hochkonzentrierte Radioaktivität abregnet.
Die Bevölkerung wird alarmiert und gebeten in den Häusern zu bleiben. Doch viele ignorieren die Anordnung. Panik bricht aus. Das Land mobilisiert alles an Einsatzkräften: Bei Mensch und Tier muss die Strahlenverseuchung gemessen werden, gegebenenfalls müssen die Betroffenen dekontaminiert werden. Die Bauern sind verzweifelt und können nicht verstehen, warum Ernte und Vieh plötzlich ungenießbar sein sollen. Man sieht und riecht doch nichts. Aber es ist abzusehen, dass in einigen Gebieten die Ernte vernichtet ist. Dann zeigen neue Werte, dass der Gau noch viel größer ist, als ursprünglich angenommen …
Regisseur Andreas Prochaska setzt mit beklemmender Authentizität Katastrophenszenario in Szene, das sich in Realität genauso hätte abspielen können.
Andreas Prochaska ist insbesondere durch die Realisierung von Polizeiserien bekannt. Regie führte er bisher bei „SOKO Kitzbühel" (2005), „Vier Frauen und ein Todesfall" (2005), „Tatort: Tod aus Afrika " (2006) und „KDD - Kriminaldauerdienst" (2008-2010). Zu seinen jüngsten Arbeiten zählen der vierteilige Mysterythriller "Zodiak – Der Horoskop-Mörder" (2007), der Kinoerfolg „In 3 Tagen bist du tot" (2006) und dessen Fortsetzung „In 3 Tagen bist du tot 2" (2008), bei denen Prochaska auch das Drehbuch verfasste.
Der Trailer:
21.45 Uhr - Alles im Griff?

Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 57mn)
ARTE F
Regie: Alain De Halleux
Autor: Alain De Halleux
Produzent: Crescendo Films, Lota films

Im Streit um die Kernkraft wird oft ein wesentlicher Aspekt ausgespart: der Standpunkt derer, die in Kernkraftwerken arbeiten. Und dabei liegt unser aller Sicherheit in ihren Händen. Der Film erteilt ihnen das Wort.
Für oder gegen Kernkraft? Wer sich diese Frage stellt, muss auch untersuchen, unter welchen Bedingungen die Nuklearindustrie heute wirtschaftet. Während für die Branche früher die Grundsätze für öffentliche Dienstleistungen galten, werden nun im Zuge der Liberalisierung des Energiemarkts Rentabilitätskriterien angelegt; Finanz- und Gewinninteressen herrschen vor und führen oft dazu, dass Arbeiten von Subunternehmen ausgeführt und Sicherheitsbelange vernachlässigt werden.
Beschäftigte französischer und anderer europäischer Kernkraftwerke räumen ein, dass es das Nullrisiko nicht gibt. Deshalb kontrollieren sie die Anlagen täglich und decken mitunter Gefahren auf.
Ihre Sicherheit ist auch die unsere. Trotz des gefährlichen radioaktiven Mülls und der Katastrophe von Tschernobyl, steht die Kernkraft heute international wieder hoch im Kurs, denn ihr Hauptvorteil besteht darin, dass sie wesentlich zur Senkung des CO2-Ausstoßes beiträgt. Doch um welchem Preis?






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