Mittels moderner Technik ließen sich die Explosion und die Ausbreitung der Radioaktivität nach Norden und Westen in den Tagen nach dem Unglück rekonstruieren. Die Dokumentation folgt den Spuren der drei Atomwolken und gibt die unterschiedlichen Erfahrungen der Betroffenen mit den Folgen von Tschernobyl, die Meinung einfacher Bürger und die Standpunkte von Nicht-Regierungsorganisationen sowie Expertenmeinungen wieder. Die Reise führt auch in ein Sperrgebiet in Weißrussland. Das liegt ganz in der Nähe des Reaktorstandorts, der sich in der angrenzenden Ukraine befindet. Dort ist die Lage weiterhin kritisch. Umwelt, Gesundheit und Nahrungskette sind dauerhaft gestört, und die Kontamination setzt sich fort.
Das gilt auch für andere Regionen Europas, in Norwegen zum Beispiel weist die Volksgruppe der Sami eine ebenso hohe Belastung mit radioaktivem Cäsium auf wie die Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft des Atomkraftwerks. Wahrscheinlich wurden die Sami durch den Verzehr ihrer Rentiere kontaminiert, die ihrerseits durch verseuchte Flechten belastet sind. Außerdem könnte ein Waldbrand in der Nähe von Tschernobyl auch heute noch eine neue radioaktive Wolke erzeugen.
Der Regisseur: Alain de Halleux
Alain de Halleux wurde 1957 geboren und studierte Kernchemie an der Katholischen Universität Löwen (UCL) und Filmregie an der INSAS in Brüssel. 1983 erhielt er eine Auszeichnung für sein fotografisches Werk während des Kriegs in Afghanistan. Von 1987 bis 2005 drehte er zahlreiche Werbespots, Industriefilme, Trailer und Clips. 2006 entstand Alles im Griff?, eine Dokumentation über die Arbeitsbedingungen in der Nuklearindustrie, die ein beunruhigendes Bild von der Sicherheit der Atomkraftwerke in Frankreich und ganz Europa zeichnet.







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