Der passionierte Naturforscher Roger Etcheberry lebt seit seiner Kindheit auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon. Er weiß um die spezielle Mentalität der Menschen hier, die so knapp vor Kanada leben und doch im Herzen Franzosen sind: "Sie lieben die Freiheit. Sie glauben, weil sie isoliert auf einer Insel sind, können sie alles machen. Doch leider werden wir, wenn wir so weiter machen, nur schwer überleben."
Es war ein reiches Leben, jahrzehntelang geprägt von der Kabeljaufischerei. Doch die rücksichtslose Überfischung und das darauf folgende Fischereiverbot in den 90er Jahren haben die Wirtschaft auf dem Archipel zum Stillstand gebracht. Über Alternativen hat nie jemand nachgedacht - neben dem Fisch blieb nur der Reichtum der verletzlichen Natur zurück. Dass der Bestand vieler seltener Vogelarten, darunter der Gelbfußregenpfeifer, dramatisch eingebrochen ist und einige Pflanzenarten bereits ausgestorben sind, beunruhigt außer Roger Etcheberry nur wenige. Das soll sich nun ändern.
Unterstützung kommt für den Naturforscher ausgerechnet aus der fernen französischen Metropole. Jean-Philippe Siblet vom Botanischen Garten in Paris erkundet die wenigen, vom Menschen noch unberührten Orte des Archipels und erklärt diese zum schützenswerten Naturdenkmal. Seevögel wie der Papageientaucher können hier noch ungestört nisten und haben sich dem rauen, windigen Inselklima bestens angepasst. Nun liegt es an den Menschen, diesen Wesen einen Lebensraum zu erhalten und ihren Fortbestand zu sichern.
Die Artenvielfalt auf St. Pierre und Miquelon ist nahezu grenzenlos. Nur etwa 6300 Menschen leben auf den zwei Inseln von Saint-Pierre und Miquelon. Obwohl die Inseln rund 4700 Kilometer von Paris entfernt sind und die kleinen Städte sich kaum von kanadischen Siedlungen unterscheiden, gehören die beiden Inseln doch zu Frankreich. Die Inselbewohner halten – zum Schrecken von Umweltschützern – nicht viel von Umweltschutz: Ihren Müll verbrennen die Insulaner sorglos und kippen dann die Reste ins Meer. Seit 36 Jahren beobachtet Roger Etcheberry die Pflanzen und Tiere von St. Pierre und Miquelon und versucht nun die Inselbewohner zu mehr Naturschutz zu bewegen, damit ihre Heimat nicht dem Untergang geweiht ist.









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