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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

360° - GEO Reportage

SAMSTAG 19. MÄRZ 2005 UM 21.30 UHR - 16/03/05

Die Verwandlungskünstler von Dakar

Reportage von Ines Possemeyer
Deutschland 2004, ARTE, Erstausstrahlung, 52 Min.


In Dakar, der Hauptstadt Senegals, zu überleben, ist für viele Menschen eine Frage der Improvisation und der Kreativität. In vielen Vierteln wurde aus der Not ein neuer Wirtschaftszweig geboren. Die Menschen sammeln, was andere weggeworfen haben und verwerten diese Abfälle. Die Reportage zeigt, wie alte Konservendosen in Spielzeugautos, Lampen und Koffer verwandelt werden, Kronkorken in Körbe, Motoren in Kochtöpfe, Autoreifen in Eimer. So entstehen Gebrauchsgegenstände für Arme, aber auch Spielzeug und Möbelstücke, die in Europa als Kleinkunst gehandelt werden.

Malick Mbaye lebt in einem Armenviertel der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Er weiß zu schätzen, was andere Menschen wegwerfen: Büchsen, Dosen und Flaschendeckel oder alte Paletten. Gemeinsam mit seinem Freund Alassane Diop bastelt er daraus mit meist improvisierten Werkzeugen Kommoden, Koffer oder Gießkannen, aber auch Spielzeugflugzeuge, -fahrräder und -autos. Sogar aus Europa erhalten die beiden per Fax an einen benachbarten Telefonladen inzwischen Aufträge. Mit ihrer kleinen Werkstatt "Soweto Village" können sie bereits ihre Eltern und Geschwister ernähren. Lebenstraum der beiden ist es, eines Tages alle arbeitslosen Freunde und Verwandte beschäftigen zu können. Schon jetzt ist ihre Veranda Mittelpunkt der Nachbarschaft. Ganze Stadtteile Dakars leben von der Müllverwertung. In dem Viertel Colabane werden Aluminium-Abfälle in Holzkohlefeuern geschmolzen und bei sengender Hitze zu Kochgeschirr und Rohren gegossen, auf der Müllkippe Mbeubeuss suchen Männer, Frauen und Kinder nach Wiederverwertbarem, das sie an Händler verkaufen. Da die Verwandlungswirtschaft für viele Menschen die einzige Möglichkeit ist, ihre Existenz zu sichern, hat eine Entwicklungshilfeorganisation die Schule "Ecopole" gegründet, in der Kinder und Jugendliche in Recycling-Handwerken ausgebildet werden. Mittlerweile ist auch in der bildenden Kunst eine Recycling-Strömung entstanden, die international Beachtung findet.



 

Erstellt: 28-02-05
Letzte Änderung: 16-03-05